Hymne an die Liebe

Die Künstlerin Florence Absolu hat am Samstag rund 200 Zuhörer in der Saarburger Stadthalle verzaubert. Ihre Interpretationen der Chansons von Edith Piaf begeisterten das Publikum. Zuvor hatte sie auch in der Tufa im ausverkauftem großen Saal ihre Zuhörer mitgerissen.

Edith Piaf (1915 -1963), der Spatz von Paris, stand bereits im Alter von sieben Jahren auf der Bühne. Sie wuchs erst bei ihren Großeltern, später bei ihrem alkoholkranken Vater auf. Mit 15 Jahren riss die junge Frau von zu Hause aus, flüchtete nach Paris und verdiente ihr Geld als Straßenmusikerin. Anfangs wohnte sie bei ihrer Tante, einer Bordellbesitzerin.

"Piaf war von den Prostituierten fasziniert", erzählt Florence Absolu zu Beginn ihres Konzerts in der Stadthalle in Saarburg, bei dem rund 200 Zuhörer ihren Interpretationen der Piaf-Chansons lauschen. Begleitet von Benedikt Schweigstill am Klavier, Helmut Daisy Becker an der Trompete, Stefan Zawar-Schlegel am Kontrabass, Oliver Rohles am Schlagzeug und dem Akkordeonisten Christophe Oury begeistert Absolu das Publikum vom ersten Takt an.

Zwischen den Liedern erzählt sie immer wieder die Liebesgeschichten der Piaf, leitet über zu den Liedern und fasziniert mit ihrer Stimme. Besang Piaf zu Beginn ihrer Karriere als Chansonsängerin noch die flüchtige, käufliche Liebe der Straßenmädchen, so entwickelte sie bis zu ihrem Tod mit 48 Jahren eine vielschichtige Sprache der Liebe. Sie singt über die Eifersucht, die wahre Freundschaft und über die wahre Liebe.

Immer wieder verfasst Piaf Lieder für ihre Liebhaber. So schrieb sie die "Hymne à l'amour" für den Boxer Marcel Cerdan. Er starb bei einem Flugzeugabsturz über den Azoren, während Piaf in New York auf ihn wartete. Kurz vor ihrem Tod, schon sterbenskrank und vom Morphium gezeichnet, ihr letztes Lied: "Non, je ne regrette rien". Geschrieben für einen Auftritt im kurz vor dem Bankrott stehenden legendären Konzertsaal Olympia in Paris, bringt dieses Lied Piafs Lebenseinstellung auf den Punkt: leidenschaftlich.

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