"Ich bin ein Detzemer"

DETZEM. Seit den Kommunalwahlen weht in Detzem ein frischer Wind: Acht Gemeinderatsmitglieder und der Ortsbürgermeister sind "neu". Albin Merten setzt sich für eine starke Dorfgemeinschaft ein.

"Die Sicherung der Pumpstation in den Detzemer Weinbergen funktioniert nicht mehr", informiert ein Gemeinderatsmitglied Albin Merten. Damit die Winzer Wasser entnehmen können, sorgt der neue Bürgermeister für die schnellstmögliche Reparatur. Er hat zwar Urlaub, doch dies bedeutet für den 44-Jährigen "nur frei zu haben, wenn ich mich nicht in Detzem aufhalte". Kein bequemes Amt - doch Albin Merten hatte sich die Kanditatur genau überlegt. Den Anstoß dazu gab Franz-Peter Basten. Auf dessen Anregung strebte Merten die Nachfolge von Hans-Peter Hoffmann an, der fünf Jahre die Geschicke des Dorfes geleitet hatte.Mit Unterstützung des Familienrates

Der "Familienrat" sagte seine Unterstützung zu, und Albin Merten trat an. 80 Prozent der Detzemer wählten den Sparkassen-Betriebswirt zum Ortsbürgermeister. Engagement ist für ihn kein Fremdwort: Seit 18 Jahren setzt er sich leidenschaftlich für den Sportverein Detzem ein, dessen Erster Vorsitzender er ist. Vor 21 Jahren schlug der Trierer seine Zelte "der Liebe wegen" in dem 580 Einwohner zählenden Ort auf. Und nach über zwei Jahrzehnten sagt er: "Ich bin ein Detzemer." Dass die Dorfgemeinschaft noch ein Stück näher zusammenrückt, dafür möchte er sich stark machen. In den ersten Wochen seiner Amtszeit ist der Politik-Neuling Albin Merten vor allem damit beschäftigt "auf allen Feldern eine Bestandsaufnahme zu machen, um dann richtig loszulegen. Merten: "Gestern habe ich mich mit dem Förster getroffen, um mich vor Ort über den Waldbestand genauestens zu informieren." Als gut bezeichnet er die Zusammenarbeit mit der Verbandsgemeindeverwaltung und mit Bürgermeister Berthold Biwer. "Die Verwaltung steht mir jederzeit mit Rat und Tat zur Seite. Das beruhigt sehr", lobt Albin Merten. Gelassen kann der neue Orts-Chef auch im Hinblick auf die Finanzen sein: Der Haushalt des Moselortes ist ausgeglichen, es gibt sogar noch Rücklagen. Nun will er sich dafür einsetzen, dass endlich die Straße im Neubaugebiet ausgebaut wird. Fünf Baugrundstücke für 50 Euro pro Quadratmeter warten dort noch auf neue Besitzer. Merten weiß genau: "Alleine richtet ein Bürgermeister gar nichts aus." Er sieht sich als derjenige, der Gemeinderat und Bürger motivieren will. Etwa zur Erweiterung der Dorf-Infrastruktur - es schwebt ihm ein Netzwerk zur Versorgung älterer Menschen ohne Familie vor. Morgen: Die Weinprobe der Jungwinzer in Leiwen.