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"Ich lasse ein Stück meiner selbst zurück"

"Ich lasse ein Stück meiner selbst zurück"

Mitte Februar verlässt Pfarrer Peter Klauer nach gut zehnjährigem Wirken Oberemmel und übernimmt die Krankenhausseelsorge im Trierer Mutterhaus der Borromäerinnen.

Konz-Oberemmel. "Ich habe mich nicht gegen Oberemmel entschieden, sondern für die Krankenhausseelsorge. Wenn ich nun gehe, lasse ich ein gutes Stück meiner selbst zurück", sagt der 43-jährige Pfarrer Peter Klauer und liefert gleich die Begründung für seinen Wechsel in den ganz anderen Wirkungskreis. "Da war eine innere Unruhe, und ich merkte, dass Veränderungen anstanden. Gott ruft mich in eine andere Richtung, und ich nutze die Chance, andere Wege zu gehen."

Die Tatsache, dass Kranken- und Krankenhausseelsorge ein weites und breites Feld geworden seien, hätte ihn in seinem Beschluss gestärkt. Die (nicht gestellte) Frage, ob diese Art der Seelsorge mehr sei als Tröstung der Kranken und Begleitung der Sterbenden, beantwortet Peter Klauer mit einem Hinweis auf die Wandlung von der kurativen (versorgenden, heilenden) zur palliativen (begleitenden, die Lebensqualität verbessernden) Medizin und auf die wissenschaftlich-technischen Entwicklungen, deren Anwendung zur Diskussion und Beantwortung ethischer Fragen zwingt. "Wir werden in Grenzsituationen auch über Fortschritte, Sinn und Grenzen der Apparatemedizin sprechen müssen."

Peter Klauer ist überzeugt, dass er in seinem künftigen Wirkungsbereich "in eine neue Dimension vorstoßen" wird: "zuhören, mitgehen und zur Seite stehen". Er teilt seine Arbeit bereits auf: ein Drittel wird den Kranken gehören, ein Drittel den Angehörigen, und ein Drittel wird den Angestellten und dem Haus gewidmet sein.

Fünf Mitarbeiter werden Peter Klauer bei seinem Wirken unterstützen, ähnlich übrigens dem Team in der Pfarrei, die er bald verlässt. Dort standen ihm, unter anderen, die Sekretärinnen, die Räte und ihre Vorsitzenden, der Diakon und die Gemeindereferentin zur Seite.

Ob er nicht ein wenig Angst hat vor dem Neuen, das demnächst auf ihn zukommt? Der aus Sargenroth bei Simmern stammende Geistliche wehrt ab: "Angst ist nicht die Dimension eines Christen." Nicht von ungefähr verweist er, nicht nur in diesem Zusammenhang, auf seinen auf Jesus zurückgeführten Primizspruch "Ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben". Da bleibt für Angst weder Raum noch Anlass.

Peter Klauer verwendet den Begriff "Dimension" gern, beispielsweise dann, wenn er seine Position erklärt: "Ich bin das Bindeglied zwischen dieser (irdischen) und der anderen Dimension." Und wenn die Bewältigung irdischer Probleme besonders viel Kraft erfordert? "Ich kann vieles mit meinem Gott ausmachen, ohne andere zu behelligen."

Nach dem Abschied Peter Klauers gibt es noch keinen endgültigen Nachfolger für die aus sieben Gemeinden (Pellingen, Oberemmel, Niedermennig, Obermennig, Krettnach und Kommlingen) bestehende Pfarreiengemeinschaft; sie bleibt, zumindest fürs Erste, "vakant". Pfarrer Andreas Neumann aus Wiltingen wird das Amt Klauers als Verwalter übernehmen.