"Ich lebe hier mit Herz und Seele"

"Ich lebe hier mit Herz und Seele"

WILTINGEN. "Ein Dorf lebt von Veränderung", ist sich Johannes Selders sicher. Mit seinen Ideen macht sich der Wiltinger für die Saar-Gemeinde stark. So mancher Verein geht auf seine Initiative zurück.

Die Hände in den Schoß legen - das kommt für Johannes Selders nicht in Frage. "Immer in Bewegung", so beschreibt er sich selbst. Vier Wiltinger Vereine, darunter der Karnevalsverein "Reblaus" und das Theater "Kleine Bühne" hat er mitgegründet. Andere für seine Ideen zu gewinnen, das ist das Ziel von Johannes Selders: "Ich gebe den Anstoß, finde einige Leute und so lässt sich ein Projekt dann umsetzen." Mit seiner Frau und den beiden Söhnen wohnt Johannes Selders seit 1987 in Wiltingen. Vom Niederrhein kam die Familie damals wegen eines Jobwechsels an die Saar. Seit sechs Jahren nennen die Selders ein Haus ihr Eigen. "Wir wohnen in einer Urlaubsgegend", erklärt der Ingenieur und bedauert, dass dies "vielfach verkannt wird". In Wiltingen fühlt sich der Zugezogene zuhause: "Ich lebe hier mit Herz und Seele." Die Wiltinger seien sehr freundlich und kommunikativ, sagt er. Vor allem das Vereinsleben habe ihm geholfen, schnell Anschluss zu finden: "Um richtig integriert zu werden, sollte man sich in einem Verein einbringen." Johannes Selders ist es wichtig, die Dinge ins Rollen zu bringen. "Wenn etwas läuft, kann ich mich auch zurückziehen", erzählt er. So war er bei der Theatergruppe elf Jahre lang Vorsitzender. Heute ist er dem Verein als Schauspieler verbunden. Als seine Söhne in die Schule gingen, wurde er Schulelternsprecher und gründete den Förderverein der Grundschule Wiltingen. Auch politisch hat sich der 50-Jährige in der Gemeinde engagiert. Für die Freie Wählergruppe war er seit 1999 Ratsmitglied und Fraktionsvorsitzender. Doch nach fünf Jahren stieg er aus, "weil die Mehrheit keine Veränderung wollte". Seit zehn Jahren ist er Vorsitzender des Pfarrgemeinderats, layoutet den Pfarrbrief und hat seit Januar auch das Amt des Küsters inne. Ein Job, für den sich sechs Monate niemand fand. "Egal, wo Verantwortung gefragt war, habe ich mich nicht gescheut, sie umzusetzen", fasst er es zusammen. Selbst sein Hobby, die Musik, lebt Johannes Selders im Verein aus. Seit 1988 singt er im Kirchenchor. Neun Jahre lang stand er bei den Kappensitzungen mit der Gesangsgruppe "Fatzbeidel" auf der Bühne, "bis bei einigen die Luft raus war". Doch nun ist schon das nächste Gesangsprojekt in Planung.

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