"Ich mische mich gerne ein"

Offenheit und Transparenz hat sich Detlef Müller-Greis auf die Fahnen geschrieben. Damit zieht er für die FWG in den Kampf um den Chefsessel im Konzer Rathaus. Die Wahl ist am 1. Juni.

Konz. Bewerber Nummer vier: Detlef Müller-Greis geht für die FWG ins Rennen um die Bürgermeisterämter der Stadt und Verbandsgemeinde Konz. Am 1. Juni will er gegen Karl-Heinz Frieden (CDU), Begoña Hermann (SPD) und Sabina Quijano (Die Grünen) antreten. "Die FWG hat lange überlegt, einen eigenen Kandidaten zu stellen", erklärt Müller-Greis die relativ späte Kandidatur. "Und dann habe ich selbst auch noch einmal lange nachgedacht." Doch nach Rücksprache mit seinen Kindern ist er sich nun sicher: Er will Bürgermeister werden. "Ich bin nicht angetreten, um die Wahl zu verlieren", sagt er selbstbewusst. Für viele ist Müller-Greis bereits ein bekanntes Gesicht. Der gebürtige Kölner ist 1995 nach Konz-Könen gezogen. Schnell hatte er sich in der neuen Umgebung eingefunden und bei kommunalen Themen mit diskutiert. 2004 ist er dann offiziell in die Politik eingestiegen. Inzwischen ist der 48-Jährige FWG-Fraktionsvorsitzender im Ortsbeirat Konz-Könen und seit 2005 im Stadtrat. Dass er ein vielseitig interessierter Mensch ist, zeigt sich bei seinen verschiedenen Aktivitäten. Der promovierte Biologe hat sich während seines Studiums in Köln und Saarbrücken zum einen auf die Elektronenmikroskopie an Insekten, zum anderen aber auch auf die Gehirnentwicklung bei Kindern und Jugendlichen spezialisiert. Sein Semesterplan enthielt zudem Einblicke in Rechts- und Wirtschaftswissenschaften, Meteorologie, Paläonthologie und Europarecht. Auch seine Freizeit gestaltet der dreifache Vater recht abwechslungsreich. Als Vorsitzender im Karnevalsverein Könen "Riet Rous", aktives Mitglied in der Katholischen Erwachsenenbildung, Übungsleiter bei der TG Konz und Lektor in der Pfarrei ist er im Ort bekannt. Nicht zuletzt durch seine Arbeit als Versicherungsberater steht er in regem Kontakt mit der Bevölkerung."Ich bin Politiker mit Leib und Seele", sagt er über sich. "Ich rede gerne mit, mische mich ein und höre gerne zu." Dass er noch keine so große politische Laufbahn durchlaufen hat, sieht Müller-Greis eher als Vorteil. Seiner Meinung nach bestehe bei langjährigen Politikern die Gefahr, dass die Verbindung zum Wähler verloren gehe. Das wolle er auf gar keinen Fall. "Es müssen mehr Gespräche mit den Bürgern geführt werden", betont Müller-Greis. Das heiße, dass in seiner etwaigen Zukunft als Bürgermeister mehr Informationen nach außen gelangen sollen. Gleichzeitig will er die verschiedenen Meinungen von Bürgern und Kenntnisse von Spezialisten einholen. Transparenz und Offenheit sollen seinen Führungsstil prägen. Sein Motto: "Kein Problem ist so schwierig, dass es keine Lösung gäbe." Meinung Das Ende einer Freundschaft? Sie haben sich viel Zeit gelassen. Erst lange nach der Bekanntgabe der anderen drei Kandidaten bei der Konzer Bürgermeisterwahl hat die FWG ihren Bewerber aus dem Hut gezaubert. Insgeheim hätte man vielleicht spekulieren können, dass die FWG ähnlich wie bei vielen Ratsentscheidungen auch hier die CDU unterstützt. Überlegungen seien schon da gewesen, den CDU-Vorschlag gemeinsam zu bewerben, heißt es. Doch offenbar geht die Freundschaft nicht so weit. Jetzt gehen die Freien Wähler einen eigenen Weg und stellen selbst einen Kandidaten. Die FWG will sich als eigenständige Kraft in der Region präsentieren. Kein Anhängsel der CDU sein. Ist das vielleicht das Ende der CDU-FWG-Freundschaft? a.pipke@volksfreund.deEXTRA Die Abstimmung in der FWG: Bei ihrer jüngsten Zusammenkunft haben sowohl die Stimmberechtigten der Freien Wählergemeinschaft in der Stadt (35 Stimmen) wie auch der Verbandsgemeinde (40 Stimmen) Konz Detlef Müller-Greis zum Bürgermeisterkandidaten der FWG gewählt. (api)