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"Ich wollte keiner Partei beitreten"

"Ich wollte keiner Partei beitreten"

RUWER. Bernhard Busch, der derzeitige Verwaltungschef, geht bei der Wahl am 29. Juni wieder für die Freie Wählergruppe (FWG) in der Verbandsgemeinde (VG) Ruwer ins Rennen. Der TV sprach mit dem Kandidaten.

Busch ist gebürtiger Wittlicher und lebt seit 1967 in Waldrach. Der 43-jährige ist verheiratet mit Frau Petra und Vater zweier 17 und 18 Jahre alter Söhne. In der Freizeit befasst er sich mit Geschichte und er liebt den Gesang. Busch kommt aus dem diplomatischen Dienst der Bundesrepublik Deutschland. Sein einstiger beruflicher Wirkungskreis war räumlich betrachtet weitaus größer als die VG-Ruwer - er reichte um den halben Globus. So war Busch als Beamter des Auswärtigen Amtes unter anderem in Südamerika tätig. Ein Traumjob? Busch: "Es war ein ruheloses Umherziehen, die Belastung für die Familie wurde immer härter." Und ein Bericht im TV sei schließlich der Auslöser dafür gewesen, dass er seit 1996 die Geschicke der VG Ruwer lenkt. Busch: "In dem Artikel wurde über den altersbedingten Ruhestand von Bürgermeister Hermann Feltges berichtet und dass dessen Nachfolge noch offen sei." So habe man im Hause Busch zu Waldrach Familienrat gehalten über die Frage "Warum gehst du nicht in die Politik?" Die Familie sei dafür gewesen, aber er habe sich gesträubt, "denn ich wollte keiner Partei beitreten". Busch: "So blieb mir nur noch die FWG. Deren Vorsitzender Werner Mergens hat mein Angebot sofort akzeptiert." Der FWGler, der keine Parteifahnen schwenken will, ist eigenen Angaben nach politisch stets um den übergreifenden Konsens bemüht. Insbesondere bei der Arbeit im und mit dem VG-Rat. Sein wichtigstes Anliegen sei es, einstimmige und fraktionsübergreifende Beschlüsse herbeizuführen. Und Berührungsängste kenne er auch nicht. "Wenn es der Sache dient, sitze ich auch in Fraktionssitzungen von CDU oder SPD", sagt Busch und fügt hinzu: "Aber wir von der FWG machen keine Koalition mit irgendjemand. Wir stimmen je nach Sache ab." Welche Schwerpunkte sieht Busch bei seiner Arbeit in den vergangenen sieben Jahren? Und wie soll es weitergehen? Es sei viel investiert worden in dieser Zeit und es werde auch noch viel investiert werden müssen, sagt er. Und wichtige Projekt seien von allen Fraktionen getragen worden: die Regionale Schule, die Sozialstation, der Rathausneubau und die soeben vollendete Turnhalle in Schöndorf. Hinzu käme bald der Bau des Radweges, und auch eine Mehrzweckhalle in Osburg sei keine ferne Zukunftsmusik mehr. Natürlich habe dies eine Abkehr vom Prinzip der Null-Netto-Neuverschuldung erfordert - und auch diese Entscheidung sei im Konsens getroffen worden. Busch: "Es war aber auch Konsens, dass wir später wieder zur Null-Netto-Neuverschuldung zurückkehren." Dies bedeute konkret: Starke Einschränkungen in einigen Jahren bei den Investitionen. Außerdem sieht sich Busch als Verfechter eines knappen VG-Haushaltes zu Gunsten der Ortsgemeinden. Seine Devise: "Die Entscheidungsfreiheit der Gemeinden sollte so groß wie möglich gehalten werden." Eine weitere Voraussetzung für lebendige Gemeinden sei die Standortnähe. Schulen, Kindergärten, Handel, Dienstleistungen und die Feuerwehren müssten erhalten werden. Bekanntlich hatte es da in jüngerer Vergangenheit erhebliche Abstriche in der VG Ruwer gegeben: Rückzug von Post, Raiffeisenbank und Sparkasse. Busch: "Und die kleinen Feuerwehren werden möglicherweise durch immer mehr Bürokratie und Vorschriften gefährdet. Das muss verhindert werden." Sein Appell an die Bürgerinnen und Bürger: "Bitte gehen Sie am 29. Juni zur Wahl."