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Ideen ohne Ende: Kinder wollen einen Bach im Park

Ideen ohne Ende: Kinder wollen einen Bach im Park

Einen Wasserspielplatz, ein Klettergerüst und weniger Müll: Das Schülerparlament der Grundschule St. Johann hat sich mit Quartiersmanager Dominik Schnith getroffen. Am Freitag präsentieren die Kinder ihre Ideen für den Klosterpark bei einer Aktion im Rahmen des Förderprogramms Soziale Stadt.

Konz. "Den Bach wollen wir haben", ruft die kleine Lea. Dann könne man ein Wasserrad zum Spielen bauen. Ein Spielplatz, eine Schaukel und ein Klettergerüst wünschen sich andere Schüler der Grundschule St. Johann für den Klosterpark in Konz-Karthaus. Das Schülerparlament, das aus den 24 Klassensprechern der zwölf Grundschulklassen besteht, ist heute in dem Park, der direkt an der Schule liegt.
Dominik Schnith steht zwischen den Kindern. Der Quartiersmanager erklärt den Sechs- bis Zehnjährigen, dass er das Entwicklungsprogramm Soziale Stadt Karthaus betreut. Mit dem Programm könne der Stadtteil verschönert werden, damit die Karthäuser sich dort wohler fühlten, erklärt er. Er wolle jetzt mit möglichst vielen Menschen aus allen Altersklassen über ihre Interessen und Ideen sprechen. Jetzt sind die Kinder dran.
Und sie beteiligen sich begeistert. Sie sprudeln nahezu über. Keine halbe Minute vergeht ohne Wortmeldung. Überrascht sind die Kinder, als Schnith ihnen erklärt, dass der Bach unter dem Park verläuft und freigelegt werden könnte. Der Wasserspielplatz ist ihre Idee. Der Quartiersmanager denkt, dass der Bach mit Hilfe von Zuschüssen aus einem EU-Förderprogramm für die Renaturierung von Bachläufen zurück an die Oberfläche gebracht werden kann.
Beeindruckt ist Schnith, als ein Schüler von alleine auf einen Missstand hinweist: "Man könnte die Bank dahinten mal ausgraben", sagt er. Dabei zeigt er auf eine alte Bank, die am Rand des Parks steht und von Brennnesseln überwuchert ist. Gleich darauf kommen weitere Vorschläge: den Müll könne man wegräumen und Hunde verbieten, meinen die Kinder. Lehrerin Susanne Mertes bestätigt, dass oft Hunde im Park seien, deren Hinterlassenschaften liegen bleiben. Gerade solche kleinen Probleme könne die Stadt mit wenig Geld schnell beheben, meint Schnith.
Die Kinder bringen auch Ideen ein, die nicht umgesetzt werden können - ein Riesenrad oder ein Hubschrauber-Landeplatz zum Beispiel. Ein wenig realistischer ist da die Wasserrutsche oder der kleine Schwimmteich, von denen ein Mädchen schwärmt. "Schwimmen, Schwimmen, Schwimmen", rufen die anderen Kinder, die das Schwimmbad in Konz vermissen. Schnith weiß, dass dieser Wunsch nicht in Erfüllung gehen wird. Denn für den Park stehen insgesamt 120 000 Euro aus dem städtischen Haushalt zur Verfügung - zu wenig für ein Schwimmbad. Trotzdem ermutigt er die Kinder, auch die Ideen zu sammeln, die nicht so realistisch sind. Am Ende der Schulstunde gibt er den Klassensprechern einen Arbeitsauftrag: "Ihr seid als gewählte Vertreter jetzt verantwortlich, das, was wir hier besprochen haben, euren Mitschülern zu sagen." Schon am kommenden Freitagvormittag, 14. September, hat Schnith den nächsten Termin mit den Schülern. Sie bündeln dann die Ideen, um sie bei der großen Bürgerbeteiligung am Freitagnachmittag (siehe Extra) vorzustellen.Meinung

Das Zuhören lohnt sich
Nicht alle Ideen der Kinder sind realistisch. Aber von der Art, in der sich die Kleinen beteiligen, kann sich so mancher Erwachsene etwas abschauen. Die Schüler haben keine Angst, schräg angeschaut zu werden oder sich zu blamieren. Sie sagen geradeher aus, was sie gerne hätten. Das fehlt manchmal bei Beteiligungsaktionen von Erwachsenen. Hinzu kommt, dass viele Ideen der Kinder umsetzbar sind. Gerade, dass sie zum Beispiel auch auf Müll, Hundekot oder eine zugewachsene Bank - also kleine Ärgernisse im Park - hinweisen, zeigt, wie aufmerksam sie sind. Da lohnen sich das Zuhören und das Ernstnehmen. c.kremer@volksfreund.deExtra

Zwei Beteiligungsaktionen: Die Umgestaltung des Klosterparks sowie des Moselufers sind zwei der Projekte, die noch in diesem Jahr im Rahmen des Programms Soziale Stadt Karthaus angegangen werden sollen. Beide Projekte haben bei den zurückliegenden Bürgerbeteiligungsaktionen gut abgeschnitten. Am Freitag und Samstag sind neue Beteiligungsaktionen geplant. Unter dem Motto "Planen Sie mit!" sind alle Bürger aufgerufen, sich am Freitag, 14. September, um 16 Uhr im Klosterpark einzubringen. Nach der Eröffnungsrede von Bürgermeister Karl-Heinz Frieden sind ein Parkrundgang sowie Aktionen zur Neugestaltung geplant. Die Ergebnisse werden um 17.50 Uhr präsentiert. Vormittags um 11 Uhr trifft sich schon das Schülerparlament der Grundschule St. Johann. Wie sich die Kinder den Park vorstellen, wird ebenfalls am Nachmittag vorgestellt. Bei der zweiten Aktion geht es am Samstag, 15. September, ab 11 Uhr am Jachthafen um die Themen Sport, Spiel und Verweilen am Moselufer. Nach der Eröffnung sind alle Bürger bis 12.15 Uhr zum Mitdiskutieren an verschiedenen Stationen eingeladen. Ergebnisse gibt es um 12.50 Uhr. Ziel der beiden Aktionen ist es, Anregungen und Wünsche der Karthäuser zu sammeln. Die besten Ideen werden in eine erste Planung umgesetzt. cmk