Ideenschmiede für Saarburgs Zukunft

Ideenschmiede für Saarburgs Zukunft

Architekturstudenten aus Augsburg haben Konzepte für die Gestaltung des Flussufers vorgestellt. Die Pläne sollen auch die Beziehungen der beiden großen Stadtteile verbessern.

Saarburg Architekturstudentin Anna Lukas stellt fest: "Beurig endet an den Gleisen der Bahn, Saarburg am Saarufer. Dazwischen fühlt sich niemand so richtig zugehörig." Anna Lukas bildet zusammen mit Andrea Gschwander eines von 32 Teams der Fakultät für Architektur der Hochschule Augsburg, die sich um die Gestaltung des Areals dazwischen kümmern.
Über die Planung zur Bebauung der ehemaligen Kaserne de Lattre kam der Kontakt mit Achitektur-Professor Marcus Rommel zustande. Er hat Studenten des vierten Semesters vor die Aufgabe gestellt, Ideen für die Stadt für die nächsten Jahrzehnte zu entwickeln. "Dafür ist Saarburg mit seiner komplexen Struktur, Verkehrswegen und verschiedensten Gebäuden hervorragend geeignet", findet der Hochschullehrer.
Fünf Tage lang haben die 64 Studenten Konzepte erstellt, die vielleicht erst in Jahrzehnten in die Planung einfließen werden. Dabei soll der Blick von außen helfen, Stärken, Schwächen, Risiken und Potenziale zu erkennen.
Leben am Wasser sei idyllisch und hochwertig, aber gleichzeitig sei das Ufer auch Überschwemmungsgebiet, beschreibt Anna Lukas das Dilemma. Lärm von Zügen und Autos komme hinzu. Das Saarufer sei doch eigentlich zu schade für ein Gewerbegebiet, finden auch weitere Teams. Sie wollen der Saar zwar Platz für Hochwasser bieten, aber auch neue Wohnmöglichkeiten schaffen, Sportanlagen bauen und eine Verbindung in die Altstadt mit einer Brücke für Fußgänger und Radfahrer schaffen. Auch Student Dominik Doesel sieht zwischen Bahn und Fluss einen abgeschnittenen Raum, der dringend wieder zwischen Saarburg und Beurig vernetzt werden sollte. Er schlägt vor: "Grün soll mit der Saar in die Stadt fließen." Manche Gebäude sollten abgerissen, andere neu genutzt werden. Immer wieder fällt das Stichwort Bahnhof. Dem dortigen Umfeld fehlten Sichtbeziehungen in die Stadt, heißt es. "Zwei Tunnel sind für Fußgänger unattraktiv", stellt Christoph Hosemann fest. Die Ortseingänge müssten attraktiver gestaltet werden, damit nicht ein Gewerbegebiet den ersten Eindruck eines Besuchers präge.
Sogar ein Badegewässer direkt am Flussufer fließt in den Ideenpool ein. Das Toom-Gelände und die Baustoffhandlung will Florian Egner als Wohlfühlgelände erschließen. In Doppelhaushälften könnten Bürger Mieter werden.
Nora Puhle will die Blickbezüge in die Altstadt verbessern. "Die optische Verbindung der beiden großen Stadtteile bringt ein neues Gemeinschaftsgefühl", prognostiziert die Studentin. Im Hinblick auf den Tourismus plädieren auch Madlen Felber und Annika Fischer für mehr Fußwegeverbindungen und Lärmschutz durch Bepflanzung, denn in der Altstadt finde sich zu wenig Grün.
Stefanie Dorn will sogar mit einer Allee das Überschwemmungsgebiet abgrenzen. Sie sagt: "Das Jugendzentrum im Bahnhof wäre in einem Sportzentrum am Saarufer viel besser aufgehoben." Ein geschlossenes Uferbild sollte geschaffen werden. Bürgermeister Jürgen Dixius verweist auf die laufenden Projekte, die Bund und Land förderten, und sagt: "Das Gewerbegebiet an der Saar wurde in den 80er Jahren aus der Not geboren." Der Stadtrat betrachte den Standort inzwischen auch kritisch. Eine verbindende Achse zwischen Saarburg und Beurig sieht der Verwaltungschef als ganz wichtiges Thema an. Doch das gesamte Gelände sei in privater Hand und die Eigentümer müssten in die Planung mit einbezogen werden. Die Studenten planen nun mit den gewonnenen Erkenntnissen in Augsburg weiter. Ende Juli soll ein Ergebnis vorgestellt werden.