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Zum Artikel "Rettung kurz vor zwölf" (TV vom 17.Juni) schreibt dieser Leser:

Da hat man nun wohl entschieden, dass die Zettelmeyer-Dampfwalze zukünftig die Einfahrt zu Möbel-Martin verschönern soll. Ein Argument: "Damit steht die Walze direkt am Rande ... ihrer ehemaligen Geburtsstätte." Nun ja - wenn man damit das Moselvorlandgelände meint, ist diese Begründung eher fraglich, denn die Fertigungsstätte dieser Maschine dürfte eher im Ortskern von Konz gelegen haben. Tatsächlich kann man sich sicher aber auch fragen, welchen Sinn dieser Standort macht. Klar - ein paar sich in die Straße "Am Luxemburger Damm" verirrende Autofahrer werden die ehemalige Baumaschine wahrnehmen, aber wohl nur sehr wenige werden die Muße haben, auch mal auszusteigen oder gar sich über die Hintergründe dieses Ausstellungsstückes zu informieren. Die isolierte Lage lässt es unwahrscheinlich erscheinen, dass etwa die zahlreichen Radtouristen am Moselufer sich dorthin verirren, und der örtliche Nachwuchs wird auch eher den neuen Spielplatz ein paar hundert Meter weiter besuchen. Keiner wird einmal haptisch erfahren, was eine Dampfwalze ausmachte und warum die Maschine am alten Standort so ein klasse, eigentlich unkaputtbares Spielzeug war. Ob nicht vielleicht doch zum Beispiel die neue Güterstraße ein adäquaterer Aufstellort gewesen wäre? Schließlich haben von der ehemals dort vorhandenen Bahnverladerampe die Mehrzahl aller Zettelmeyer-Maschinen ihre Reise in die weite Welt angetreten. Und an einem neuen Bahnhof mit zunehmender Bedeutung für den (Fahrrad-)Tourismus würde man bestimmt eher die Zeit finden sich die Konstruktion einmal genauer anzuschauen. Als Pendant zur gegenüberstehenden Lokomotive wäre auf einen Blick auch deutlich geworden, auf welchen industriellen Säulen die Entwicklung der Stadt Konz letztlich fußt. Da kann man nun eigentlich nur noch hoffen, dass die restaurierte Walze optisch nicht bald auch das Schicksal des benachbarten Bahnhofs teilt. Norbert Zock, Konz