ihre meinung

Zum Artikel "Über sieben Brücken musst du fahr\'n" (TV vom 30. Oktober) meint dieser Leser:

Na herzlichen Glückwunsch liebe Könener Umgehungsstraßenkämpfer! Nach 25 Jahren Vorgartenschild "Politiker es ist Zeit für die Umgehung" das Sahnestück in Form von 4,3 Kilometern Umgehungsstraße - über sieben Brücken - und 24 Millionen Euro schwer. Umgerechnet also circa 1 Million Euro Aufwand pro Bürgerinitiativenkämpfer als Zugeständnis der aufgeforderten Politiker - der Wahlkampf war ja schon immer recht teuer. Aber handelt es sich hier nicht vielleicht um einen Pyrrhussieg? Großzügige Zuwendungen gehen leider oft auch für Politiker nach hinten los - Beispiel Ring. Nur mal so ganz nebenbei zur Verhältnismäßigkeit: Der Bund hat sich für 2015 dazu entschlossen, für den Ausbau des - wohlgemerkt - Gesamtradwegnetzes anstatt 80 Millionen nun 90 Millionen Euro zur Verfügung zu stellen. Da bleibt nicht viel für Könen hängen. Und bei der Förderung des ÖPNV in Könen scheint es sich nach Begutachtung der Fahrpläne eher um eine Null-nummer zu handeln. Also muss hier wohl in irgendeiner Form investiert werden. Jedoch, was bewirkt unsere Umgehungsstraße denn nun? Nach wie vor hat jeder der "Umgangenen" minimal ein bis zwei Privatwagen vor der Tür stehen (was es mir oft schwermachte der Kämpfer Vorgartenschilder zu erkennen) - Tendenz steigend. Diese werden nach wie vor bewegt und das Straßenbild in Könen wie auch anderswo wird durch PKW und nicht durch Fußgänger bestimmt sein! Und nach wie vor wird es hier und anderswo aus den unterschiedlichsten Gründen zu Staus kommen. Eine subjektiv empfundene "Entlastung" einer Mehrzahl der Bürger, die den Aufwand rechtfertigt, wird sicherlich nicht stattfinden - das Kernproblem wird "umgangen", synonym zum Sankt-Florian-Prinzip. Der Sieg (liebe Politiker wir danken Euch) ist aber nun mal eingefahren und in Könen werden sich einige auch über die finanziellen Zusammenhänge die Hände reiben. Angesichts der Kosten müsst Ihr dann aber auch mit den Neidern leben, die darauf hinweisen, dass in einem solchen Zusammenhang eigentlich die Devise lauten müsste: Wer bestellt - bezahlt. Gert Weber, Gusterath