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Zu "Konzer zahlen künftig mehr fürs Trinkwasser" (19. November):

Über obigen Artikel könnte man schmunzeln, wäre er nicht so traurig. Erstens kostet Wasser 20 Cent pro Kubikmeter mehr, das Abwasser hingegen genau 20 Cent weniger pro Kubikmeter. Generell gilt: Wasser rein ist gleich Abwasser raus. Somit bleibt die reale Wassergebühr unverändert 1,95 +2,45 = 4,40 Euro pro Kubikmeter. Das klingt vordergründig gut und soll es auch. Der Hammer liegt bei den wiederkehrenden Beiträgen, den Grundgebühren, berechnet pro Quadratmeter Grundstück. Und das hat System. Seit Jahren bemüht sich die Verbandsgemeinde, einen niedrigen Preis pro Kubikmeter vorzugaukeln. Kostensteigerungen werden auf die Großgrundbesitzer abgewälzt. Das soll Sozialgerechtigkeit vortäuschen. Tatsächlich unterbindet Bürgermeister Karl-Heinz Frieden jeden Anreiz zum Wassersparen und fördert antiökologische Wasserverschwendung. Bei konsequenter Wassersparpolitik hätte man mühelos eines der beiden Wasserwerke schließen können. Und auch die Kläranlage erwies sich als heillos überdimensioniert. Zweitens zeigt der desinformative Artikel von Friedhelm Knopp, wie leicht sich die Presse vor den VG-Karren spannen lässt: Das Schaubild (TV-Grafik) zeigt für diverse Fälle zwei Balken. Blau bedeutet Wasser, Rot Abwasser. Wo ist da das Regenwasser? Oder ist der rote Balken das Regenwasser (Kleingedrucktes in der Beschreibung). Und alle drei "wiederkehrenden Beiträge" werden in Euro pro Kubikmeter - schön wär's - und nicht in Euro pro Quadratmeter angegeben. Dieser Unverstand ist auch im VG-Rat anzutreffen, was die Geschwindigkeit des Absegnens erklären könnte. Drittens ist die Berechnung der Regenwassergebühr an Ökologieverachtung kaum zu überbieten. Alle Grundstückseigner werden über einen Kamm geschoren: Berechnet werden prinzipiell 40 Prozent der Fläche. Umweltbewusste Bürger, die Dach-Regenwasser in Zisternen speichern, den Überschuss versickern lassen und die eine Versiegelung vermeiden, müssen die Zeche zahlen für jene, die alles Regenwasser von Dach und Parkplatz ins Netz schicken. An letztere Spezies traut sich kein Bürgermeister ran. Wolfgang Hertel (Anmerkung der Redaktion: Wolfgang Hertel ist ehemaliger Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stadtrat Konz)