IHRE MEINUNG
Zum Artikel "Eltern verärgert über häufigen Lehrerwechsel" (TV vom 30. September):
Mein Sohn und seine Mitschüler hatten während ihrer Grundschulzeit das gleiche Problem. Anfangs waren wir Eltern enttäuscht und verärgert. Aber unseren Kindern hat es am Ende nichts ausgemacht. Sie haben die Grundschulzeit unbeschadet überstanden. Schlimmer wird die Situation an weiterführenden Schulen. Seit längerer Zeit kommt es hier zu häufigem Stundenausfall. Seit zwei Jahren hat unser Sohn am Gymnasium statt einer regulären 30-Stunden-Woche nur 29 Stunden Unterricht. Physikunterricht findet in den siebten Klassen wahrscheinlich in diesem Schuljahr gar nicht statt. In anderen Klassen kommt es zu Ausfällen in Mathematik. Teilweise werden Ausfallstunden in den Mint-Fächern (also in den Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) durch Unterricht in anderen Fächern, wie zum Beispiel Englisch, aufgefangen. Dies führt zu einer Verfälschung der jährlichen Statistik zur Unterrichtsversorgung in Rheinland-Pfalz, welche von unserer Landesregierung in Auftrag gegeben wird. Besonders der Unterricht in den Mint-Fächern findet nur stark reduziert statt. Laut Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion sind Lehrer in diesen Fächern "Mangelware". Leider kommt hier auch oft ein Zweifel an der gerechten Lehrerverteilung an den Schulen auf. Aber wie soll man Physik, Chemie oder Biologie studieren und Interesse hieran zeigen, wenn die Schüler keinen Unterricht erhalten? Wer wird Maschinenbau studieren, wenn er in der Schule keinen Physikunterricht hatte? Wer kann Chemie im Lehramt studieren, wenn ihm in der Schule nur die Grundkenntnisse beigebracht wurden? Jedoch kann man auch die Studenten verstehen, die eine Stelle in der Wirtschaft einer geringer bezahlten, befristeten Lehrerstelle vorziehen. Hier ist die Landesregierung gefragt, welche aber mit der Nürburgring-Affäre beschäftigt und überfordert ist. Die grundlegenden Dinge sind hier scheinbar nicht von Interesse. Etwas Positives hat die Sache allerdings. Unsere Kinder freuen sich: Hurra, keine Schule! Stephanie Jamros, Wasserliesch