Ihre Versprechen an die Wähler

Jugendarbeit, Verkehrsprobleme, die Entwicklung der Region und viele weitere Themen prägen die Wahlprogramme der Parteien, die derzeit um die Gunst der Wähler und Plätze im Verbandsgemeinderat Konz kämpfen. Der TV hat die Listenführer nach ihren wichtigsten Programmpunkten befragt.

Konz. Der Countdown läuft: In wenigen Tagen wird sich zeigen, wie erfolgreich die fünf Parteien, die sich um möglichst viele Sitze im Verbandsgemeinderat bewerben, gekämpft haben. Am Sonntag, 7. Juni, stimmen die Wähler ab, welches Wahlprogramm ihnen am ehesten zusagt. Allen Parteien gemein ist beispielsweise der Wunsch, die Betreuungsmöglichkeiten und das Ganztagsangebot in Kindertagesstätten und Grundschulen weiter auszubauen. Auch die Förderung der Jugendarbeit steht bei CDU, SPD, FWG, Grünen und FDP in den Programmen. "Die Jugendarbeit müsste unter den verschiedenen Trägern innerhalb der Verbandsgemeinde mehr koordiniert werden", sagt CDU-Listenführer Friedhelm Schücker. Federführend soll dabei das Haus der Jugend in Konz sein. Für Detlef Müller-Greis setzt die Jugendarbeit mit Zwölf- bis 18-Jährigen derzeit zu spät ein. "Wir müssen noch ein gutes Stück drunter gehen", sagt er und will die Jugendarbeit für Kinder ab sechs Jahren in Vereinen stärken. Ein "lokales Bündnis für Familie" könnte nach SPD-Forderungen auch in diesem Bereich ein Ansatz sein.

Auch das Thema Verkehr beschäftigt die Parteien. Der Bau des Moselaufstiegs und der Ortsumgehung B 51/Konz-Könen liegen Schücker (CDU) besonders am Herzen, weil gerade durch diese Verkehrsanbindung bestehende Arbeitsplätze gesichert und neue geschaffen werden könnten. Dem kann Franz Görtz (FDP) nur beipflichten, der auch den Ausbau der L 138 und L 136 ins Spiel bringt. Lothar Rommelfanger (SPD) ist neben dem L 138-Ausbau und der Ausweitung des ÖPNV per Bus auch der Neubau der Wiltinger Saarbrücke an einem ortsnahen Standort wichtig - eine Lösung, die Sabina Quijano (Bündnis 90/Die Grünen) ablehnt: "Der neue Standort bedeutet nur eine Verlagerung des Verkehrs auf die Kanzemer Brücke." Sie plädiert für den Brückenbau am alten Standort, außerdem für den ÖPNV-Ausbau und das Einrichten von Park-and-Ride-Plätzen. Auch der Brückenbau bei Mertert müsse angegangen werden, sagt Quijano (Grüne), ähnlich wie Rommelfanger (SPD).

In Sachen Regionalentwicklung verfolgen die Parteien mehr oder weniger unterschiedliche Ansätze. Schücker betont nochmal die Haltung der CDU zum Thema Golfpark. "Wir halten weiter daran fest." Ähnlich wie Görtz (FDP) sieht auch er dort die Chance auf neue Arbeitsplätze. Die SPD indes zweifelt stark unter anderem an der Rechtmäßigkeit des Vorhabens.

Die Infrastruktur in den Dörfern zu erhalten und zu verbessern, gehört zu den Hauptzielen der FWG-Liste. Neue Ideen wie beispielsweise ein Einkaufs- oder Lieferservice sollten sich laut Müller-Greis etablieren. Quijano (Die Grünen) regt besonders im Sinne der Senioren einen Wohnungsbau mit günstigen Mietwohnungen und Möglichkeiten zum betreuten Wohnen auch innerhalb kleiner Gemeinden an. Die SPD spricht sich für Dorfzentralen, gute Rahmenbedingungen für Senioren und sozialen Wohnungsbau aus.

Mit Blick auf zusätzliche Neubaugebiete will Quijano (Die Grünen) auf die Bremse treten. Stattdessen sollten ungenutzte Gewerbeflächen umgewidmet werden. Ein einzuführendes Flächenmanagement für die VG soll Angebot und Nachfrage koordinieren.

Mit weiteren Themen setzen die Parteien zusätzliche Schwerpunkte: So betont die SPD ihr Nein zum Bergversatz in Wellen und bedauert die Entwicklung im Zusammenhang mit der neuen Kooperation "Wasserversorgung Saar-Obermosel". Quijano (Die Grünen) fordert, dass sich die Stadt und VG zu einer deutlichen Verringerung der CO{-2}-Emissionen verpflichten und verbindliche Klimaschutzziele vereinbaren. Auch die Ausweisung von Flächen für Windkraft- und Photovoltaikanlagen regt sie an. Görtz (FDP) will sich indes für eine rasche Umsetzung der Projekte aus den beschlossenen Investitionsprogrammen, eine engere Zusammenarbeit mit Luxemburg und den Abbau der Schuldenlast einsetzen.