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Im alten Forsthaus lenkt ein Förster Henterns Geschicke

Im alten Forsthaus lenkt ein Förster Henterns Geschicke

Sie alle haben mit diesem Amt bisher noch keine Erfahrung, stehen nun aber an der Spitze ihrer Heimatgemeinde. Der TV beginnt heute eine Serie, in der die neuen Ortsbürgermeister im Hochwald vorgestellt werden. Den Auftakt macht Michael Marx aus Hentern. Der 59-Jährige ist von Beruf Förster und war kurzzeitig sogar noch für einen anderen politischen Job im Gespräch.

Hentern. Kein Zweifel: Der Mann wohnt stilecht. Vor fünf Jahren hat Michael Marx das alte, um 1870 erbaute Forsthaus in Hentern der privaten Vorbesitzerin abgekauft und es zusammen mit seiner Frau Elsbeth liebevoll restauriert.
Diese Immobilie passt deshalb so gut zu Marx, weil sich der 59-Jährige ein standesgemäßes Zuhause eingerichtet hat. Denn beruflich ist er seit 1986 Leiter des Forstreviers von Schillingen. Er betreut damit eine Fläche von insgesamt 1700 Hektar Wald, die sich auf 18 verschiedene Eigentümer verteilen. Eine davon ist die Ortsgemeinde Hentern.
Künftig ist Michael Marx aber nicht nur dafür zuständig, dass bei der Bewirtschaftung des Henterner Forsts alles reibungslos funktioniert. Bis Sommer 2019 trägt Marx auch die politische Verantwortung für alle anderen Belange, die den rund 400 Einwohner zählenden Ort betreffen. Denn seit einer Woche ist Marx, der aus Neuhütten stammt, offiziell Gemeindechef von Hentern (siehe Extra).
Im Frühjahr wurde Marx sogar eine Zeitlang als SPD-Kandidat für die Wahl des Keller Verbandsgemeindebürgermeisters gehandelt. Letztendlich hatte der 59-Jährige aber dann von sich aus darauf verzichtet, gegen Martin Alten von der CDU anzutreten (der TV berichtete).
Diese Episode ist für Marx inzwischen abgehakt. Er konzentriere sich nun ganz auf seine neue Aufgabe in Hentern. Dabei ist Marx der Hinweis wichtig, "dass ich mich natürlich nicht als Einzelkämpfer sehe". Zusammen mit dem achtköpfigen Gemeinderat, in dem es keine unterschiedlichen politischen Gruppierungen gibt, geht es für Marx vorrangig darum, Hentern zu einem "noch liebens- und lebenswerteren Ort zu machen".
Konkret ist der neue Gemeindechef beispielsweise der Auffassung, "dass wir den Dorfplatz anders gestalten sollten. Momentan wird er gar nicht richtig wahrgenommen, weil er versteckt hinter Hecken liegt."
In diesem Zusammenhang hält es Marx auch für sinnvoll, im Ortskern bessere Parkmöglichkeiten zu schaffen. Denn die Hauptstraße sei häufig zugestellt, wenn es in der Kirche Anlässe mit vielen Besuchern gibt oder im bekannten Restaurant Kopp größere Gesellschaften zu Gast sind. Auch die "weitere Förderung des sanften Tourismus" erscheint Marx wichtig.
In diesem Punkt profitiert Hentern zwar schon jetzt von der Lage am Ruwer-Hochwald-Radweg und einer Traumschleife für Wanderer. Diese Angebote sollten aber sinnvoll ergänzt werden.
Käufer im Neubaugebiet gesucht



Klar ist für Marx aber auch: Um solche Projekte zu verwirklichen, benötigt die Gemeinde Geld. Nach Auffassung des 59-Jährigen gibt es im Wesentlichen zwei Möglichkeiten, damit sich die Einnahmesituation in der Henterner Kasse verbessert.
Zum einen müsse die Kommune ihr Neubaugebiet noch offensiver vermarkten, damit sie für die dortigen Grundstücke Käufer findet. Zum anderen werde sich die Gemeinde Hentern zusammen mit den Nachbarn aus Baldringen weiter darum bemühen, dass dieser Bereich als künftiger Windkraftstandort in der Verbandsgemeinde Kell ausgewiesen wird.Extra

Michael Marx ist als neuer Ortschef von Hentern Nachfolger des Kaufmanns Bernhard Wagner. Wagner hatte den Posten seit 2004 inne, aber schon frühzeitig erklärt, dass er nicht mehr für das Amt kandidieren würde. Zwar ist Marx SPD-Mitglied. Bei der Direktwahl durch die Henterner Bürger trat er jedoch am 25. Mai als parteiloser Einzelbewerber ohne Konkurrenten an. Schlussendlich erhielt Marx 56,9 Prozent der abgegebenen Stimmen. Er sei mit diesem Ergebnis "ganz zufrieden", sagt der 59-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Bevor er das Henterner Forsthaus erwarb, lebte Marx, der einen erwachsenen Sohn hat, in Schillingen. "Ich bin also ein Zugezogener. Man kann dann nicht erwarten, "dass jeder gleich Hurra schreit", betont Marx, fügt aber gleich hinzu: "Mein Anliegen ist es, den Leuten, die mich dieses Mal nicht gewählt haben, zu zeigen, dass sie es beim nächsten Mal tun können". ax