Im Bann der Liedermacher

Was macht ein gutes Konzert aus? Gute Musik, spontane Musiker, die mit ihren Liedern spannende Geschichten erzählen, und neugierige Zuhörer. 150 Zuhörer ließen sich von Julian Dawson und Sonia Rutstein in den Bann ziehen.

Nittel. So richtig warm ist es in der Scheune des Weinguts Karl Sonntag nicht, als das dritte Konzert des Singer-Songwriter-Festivals (SSF) von Julian Dawson anfängt. Und das trotz der aufgestellten Heizpilze.

Gleich zu Beginn des Konzerts heizt Sonia Rutstein als Überraschungsgast den Zuhörern ein. Julian Dawson hat die aus Baltimore, USA, kommende Musikerin für dieses Konzert eingeladen. Sie spielt das erste Mal in Deutschland mehrere ihrer Bluesstücke. Mit ihren Liedern über enttäuschende Liebesnächte (The Other Man) oder über Selbstzweifel (Who I Am) regt sie zum Nachdenken an.

Damit den Zuhörern nach den Liedern von Sonia Rutstein nicht wieder kalt wird, fordert Julian Dawson sie gleich zu Beginn seines Auftritts zum Mitmachen auf und dazu, ihn auf seiner musikalischen Wanderung zu begleiten (Pilgrims). Mit seinen Liedern erzählt er Geschichten über sich und sein Leben. So saß er vor einiger Zeit für zwölf Tage in Austin/Texas fest, an denen es nur regnete. Daraus entstand das Lied "If I Needed Rain". Seine Lieder haben aber auch Tiefgang, wie beispielsweise in dem Lied "Deep Rain". Ohne Regen vertrocknen die Felder, eine Beziehung ohne Unwetter und Sturm ist auf Dauer tot. Als er auf einer CD seiner 15-jährigen Tochter liest, dass Jack Johnson der Bob Dylan des 21. Jahrhunderts sei, redet er ein ernstes Wort mit ihr. Ihr Kommentar: "Dad, die Musik lebender Menschen magst du nie." So textet und komponiert er das Lied "Uneasy Rider". Als weiteren Musiker hat er seinen Bruder Matt dabei, der in Luxemburg lebt. Mit ihm spielt er das Lied "Stoned, Death, Dump And Blind"; eine Komposition die Elvis Presley gewidmet ist.