1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Im Einsatz für Natur und Tierwelt

Natur : Im Einsatz für Natur und Tierwelt im Naturpark Saar-Hunsrück

Im Naturpark Saar-Hunsrück ist seit 40 Jahren Artenschutz eine wichtige Aufgabe. Hermann-Josef Schuh ist schon zwei Jahrzehnte als Referent an Bord und begeistert seine Zuhörer mit seinem Wissen über Fledermäuse, Spinnen und Insekten.

Wenn andere in Urlaub fahren, ist auch Hermann-Josef Schuh besonders viel unterwegs. Allerdings vorwiegend in der Region und besonders oft in Gemeinden wie Kell am See oder Weiskirchen im Saarland. Als Fledermaus-Experte des Naturparks Saar-Hunsrück, der sich seit 40 Jahren über Teile von Rheinland-Pfalz und des Saarlandes erstreckt, sensibilisiert der Gusenburger seit fast 20 Jahren für die nachtaktiven Säugetiere.

Diese seien – durch Vampirgeschichten unverdient in Verruf geraten – für Menschen sehr nützlich, sagt Schuh. Denn sie ernähren sich unter anderem von Stechmücken und Schädlingen. Der Fachmann ist dennoch vorsichtig im Umgang mit den Tieren. So fasst er etwa Fledermäuse, die ja Viren übertragen könnten, nie ohne Handschuhe an. Auch darauf weist er bei seinen Exkursionen für den Naturpark immer wieder hin. Fledermäuse seien einfach sehr interessante Tiere, über die er „aus dem Stand heraus“ drei Stunden referieren könnte, begeistert sich der Hochwälder.

Ein wesentliches Ziel des Naturparks ist es, dass sich die dort lebenden Menschen mit ihrer Region identifizieren, im Einklang mit der Natur wirtschaften und wertvolle Lebensräume von Tieren und Pflanzen schützen. Hermann-Josef Schuh ist für den Naturpark nicht nur als Fledermaus-Fachmann unterwegs, obschon er pro Jahr an die 20 Exkursionen oder auch „Fledermaus-Safaris“ anbietet. Der 66-Jährige kennt sich auch gut aus mit „Insekten, Spinnen und Co“ – also auch mit Krebstieren wie der Kellerassel sowie mit Gewässern, an oder in denen manche dieser Arten leben.

Bei Exkursionen und anderen Angeboten gibt er dieses Wissen weiter, an Erwachsene wie an Kinder. So schaut er sich beispielsweise mit Schülern lebende Tiere unterm Mikroskop an, hilft in Schulen, Jugendherbergen oder auch Umweltbildungsstätten beim Bau von Nistkästen und Insektenhotels und bei Märkten beim Basteln mit Naturmaterialien.

Ausschlaggebend für sein Engagement ist für ihn „die Liebe zur Natur“, sagt Schuh. Es sei ihm einfach sehr wichtig, „dass die Landschaft gepflegt wird und erhalten bleibt“ und das Bewusstsein dafür weitergegeben wird. Damit liegt ihm ziemlich genau das am Herzen, worum es auch dem vor 40 Jahren gestarteten Naturpark Saar-Hunsrück mit seinen vielfältigen Angeboten (siehe Extra) geht: den Erhalt der heimischen Natur- und Kulturlandschaft und ihrer Artenvielfalt. Schuhs Idealismus bestärken Wanderungen, die der Vater eines erwachsenen Sohnes sehr gern auch mit der Familie unternimmt und bei denen er „die Natur unmittelbar erlebt“.

Geprägt haben ihn aber auch Schlüsselerlebnisse wie die Lektüre eines Kinderbuchs, das ausgestorbene Tiere vorstellt. „Das hat mich schon sehr nachdenklich gemacht“, bedauert er, dass Tiere durch menschliches Verhalten aussterben. In den 1970er Jahren sei auch die Fledermaus ernsthaft bedroht gewesen – durch damals massiv eingesetzte Insektengifte.

Seine Zusammenarbeit mit dem Naturpark, für den er als Honorarkraft arbeitet, ergab sich laut Schuh über eine frühere Mitarbeiterin des Trägervereins. Für die Gusenburgerin war er ein optimaler Kandidat. Dabei studierte er ursprünglich Chemie, beschäftigte sich aber schon während des Studiums intensiv mit Natur, Botanik und Geowissenschaften. „Das ist so ein bisschen mein Steckenpferd“, räumt Schuh, seit einem Jahr Rentner, ein. Das erklärt auch, warum er sich in Sachen Natur auf sehr vielfältige Art engagiert: für die Initiative „Blühende Landschaft“ und die von ihr organisierten Frühlings-Pflanzen-Börsen im Ort ebenso wie für seinen vor 20 Jahren gepflanzten Laubwald und darüber hinaus, indem er ehrenamtlich Bäume in und um Gusenburg pflegt – insgesamt fast 700.