Im Ernstfall könnte es schwierig werden

Vierherrenborn · Die Hochwaldgemeinde Vierherrenborn besteht aus 42 Gehöften, die sich auf 855 Hektar Fläche verteilen. Damit ist der Ort der flächenmäßig größte in Rheinland-Pfalz. Dass es bei einer solchen Streuung der Siedlungen auch für Rettungskräfte kein leichtes Unterfangen ist, Hilfe bei einem Brand zu leisten, zeigte die Gemeinschaftsübung der Feuerwehren und des DRK der Verbandsgemeinde (VG) Kell am See.

Vierherrenborn. Der Johanneshof in der Wiltingerstraße steht in Flammen. Vier Personen befinden sich im Inneren des Anwesens und sind von den Flammen eingeschlossen. Hilfe eilt in Form der Feuerwehren der gesamten Verbandsgemeinde Kell am See herbei. Es muss alles sehr schnell gehen, denn die Hauptwasserzufuhr erfolgt über den Brandweiher, der über einen Kilometer von dem Brandobjekt entfernt ist. Der Hydrant in der Nähe des Gehöfts kann die erforderliche Kapazität nicht bringen.
Schläuche verlegen


Fieberhaft werden Schläuche gerollt, miteinander verbunden und an Pumpen am Weiher angeschlossen, um schließlich das Wasser zum Brandherd zu befördern. Eine Knochenarbeit für die Feuerwehrleute, die Zeit in Anspruch nimmt.
Thomas Marx ist Stellvertretender Wehrleiter und hat die Leitung vor Ort. Sein Resümee, was die Arbeit seiner Feuerwehrleute angeht, ist äußerst positiv. "Die Wehren der Verbandsgemeinde und auch das DRK des Ortsvereins Kell haben alles gegeben und eine gute Übung gezeigt." Doch Marx lässt keinen Zweifel daran, wie problematisch sich ein Ernstfall in diesem Bereich der Wiltinger Straße gestalten würde. "Meine Leute mussten einen Kilometer Schlauch verlegen, um das Wasser vom Brandweiher zum Brandobjekt befördern zu können. Im Ernstfall würde sich die Umsetzung als sehr schwierig erweisen", war seine Einschätzung. "Ich kann nur hoffen, dass es hier nie zu einem Schadensfall kommt."
Für Bürgermeister Martin Alten ist es die erste Gemeinschaftsübung der Verbandsgemeinde-Feuerwehren seit seinem Amtsantritt. "Die Zusammenarbeit fand ich beeindruckend. Ein gutes Zusammenspiel von Feuerwehr und DRK." Aber es ist auch ein besonderes Erlebnis für ihn. "Im Jahr 1988 habe ich als junger Feuerwehrmann mein erste Übung hier in Vierherrenborn absolviert. Und heute wohne ich hier in meiner neuen Funktion als Bürgermeister meiner ersten Feuerwehrübung bei."