Im Festzelt fliegen die Fäuste

Besser als sein Ruf ist der Box-Sport, der in Hermeskeil eine jahrzehntelange Tradition hat. Das wollte die Box-Abteilung des Turnvereins mit den Kämpfen im Festzelt der Stadtwoche zeigen.

Hermeskeil. Es ist drückend heiß im Festzelt der Stadtwoche. Laute Discorhythmen dröhnen aus Lautsprecherboxen. Ringsprecher René Treitz zieht die Namen der Akteure in die Länge, wie es heute bei Boxveranstaltungen üblich ist. In neun Kämpfen zeigen die Boxtalente des Turnvereins Hermeskeil (TVH) ihr Können, ganz wie bei einem großen Turnier.
Stadtbürgermeister Udo Moser sagt in seiner Begrüßung: "Boxen hat in Hermeskeil seit den 30er Jahren Tradition." Die Organisatoren hätten das Angebot einer Box-Gala des Turnvereins gerne angenommen. Der Abteilungsleiter und Trainer der Boxer im TVH ist Nukri Abramischwili, sechsfacher Sowjetischer Meister und fünfmaliger Rheinland-Pfalz-Meister. Von einem Sport für Schläger will er nichts wissen. "Boxen ist nichts für Dumme." Wer diesen Sport ausübe, habe Disziplin, eine enorme Kondition und Koordination, Ausdauer und Schnelligkeit, denn: "Über den ganzen Kampf hinweg müssen der Gegner eingeschätzt und Entscheidungen in Millisekunden getroffen werden."
Zurzeit trainieren in der Box-Abteilung des TVH 85 Sportler zwischen acht und 60 Jahren, darunter 16 Mädchen und Frauen. Der zweite Vorsitzende des TVH, Dieter Heger, stellt klar, sollte ein Vereinsmitglied in Schlägereien verwickelt sein, könne das zum sofortigen Rausschmiss führen. Heger sieht den Boxsport als nützlich für den Alltag an: "Gerade bei Jugendlichen ist Disziplin heute wichtig." Sogar bei der Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störung helfe Boxen. doth
Weitere Infos zum Boxsport unter www.tv-hermeskeil.de.