Im Kampf gegen den Staub

Das Wellener Bergbau-Unternehmen TKDZ möchte oberirdisch gelagertes Material wieder in den Josef-Stollen zurückbringen. Der Gemeinderat hat dazu eine Stellungnahme verabschiedet, in der er dem Unternehmen Bedingungen für seine Zustimmung unterbreitet.

Wellen. Seine Bemühungen gegen Staub und Dreck gehen weiter: Der Wellener Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Montagabend erneut mit einem Antrag der Trierer Kalk-, Dolomit- und Zementwerke (TKDZ) beschäftigt. Dabei geht es darum, dass die TKDZ das überschüssige und nicht zum Verkauf stehende Material wieder unter Tage bringen will. Gemäß dem Antragsverfahren hat nun die Gemeinde eine Stellungnahme für das Landesamt für Bergbau und Geologie (LGB) in Mainz abgefasst.

Uneinigkeit wegen Straßenreinigung



Darin begrüßt sie den grundsätzlichen Antrag, die derzeitigen, oberirdisch gelagerten Produktionsüberhänge über einen befristeten Zeitraum hinweg wieder in den Stollen bringen zu dürfen. Allerdings stimmt sie dem Rücktransport nur unter Auflagen zu.

Zum Beispiel soll das Material so weit wie möglich über Werksgelände transportiert werden. Wenn doch die Nutzung öffentlicher Straßen erforderlich werde, sei für eine ständige Reinigung zu sorgen. Auch die Reifenwaschanlage soll stets in Betrieb sein. Bereits seit langer Zeit beschweren sich Anwohner über eine verschmutzte und beschädigte Waldstraße (der TV berichtete). "Die Straße ist im Kreuzungsbereich total kaputt", sagte Josef Kiefer (Wählergruppe Dostert). Und auch Ortsbürgermeister Hans Dostert pflichtete ihm bei: "Die Straße ist nicht für LKW gebaut worden." Er fürchtet, dass im Falle einer Straßensanierung die Kosten zulasten der Gemeindekasse gehen würden. "Wenn es in der Waldstraße gravierende Schäden gibt, müssen wir Gespräche führen", sagt TKDZ-Werksleiter Heinz Beck auf TV-Anfrage. Er betont zudem, dass er mit einem geringeren LKW-Verkehr in der Waldstraße rechne, sobald die Halde bei der Dolohalle komplett abgebaut worden sei. Beck rechnet damit, das in diesem Jahr noch abschließen zu können. Derzeit werde alter Überschuss abgebaut, aktuellen gebe es dank guter Verkäufe nicht. Zudem sei die Kehrmaschine zurzeit "so oft in Betrieb wie noch nie zuvor", die Filteranlagen liefen und die Bedüsung sei in Ordnung gebracht worden. Eine weitere Auflage der Gemeinde bezieht sich darauf, dass ausschließlich das Überhangmaterial gelagert werden dürfe. Damit wollen die Ratsmitglieder vermeiden, dass anderweitiges Material in den Berg kommt. Dass die Verladung "nicht zu Versatzzwecken" dienen darf, betont auch LGB-Bergdirektor Andreas Tschauder im TV-Gespräch. Deswegen soll es einen Sonderbetriebsplan geben.

Rat: Aussiebung soll im Berg geschehen



Um die gesamte Situation für die Wellener Bürger zu entschärfen, wäre es dem Gemeinderat am liebsten, wenn eine Überhangproduktion vermieden oder die zumindest die Aussiebung komplett innerhalb des Stollens abgewickelt werden könnte. "Die Produktionsüberhänge fallen vor allem in der Aufbereitung an", erläutert Beck. Wenn es nach den Forderungen der Ratsmitglieder ginge, müsste dieser komplette Produktionsabschnitt samt dem gesamten Ladeverkehr in den Berg verlegt werden. Das sei unmöglich.

Eine weitere Forderung der Gemeinde sieht vor, dass eine zusätzliche Lagerfläche bis Ende März 2010 geräumt werden müsse. Ein Punkt, den Werkleiter Beck nicht nachvollziehen kann. Seitens des LGB liege keine Auflage vor, dass diese Halde weggeschafft werden müsse. Dort lagere Material, das verkauft und bei Bedarf zügig aufs Schiff verladen werden soll. Die geforderte Räumung erscheint ihm daher unrealistisch.

Inwieweit die Stellungnahme der Gemeinde als Planungsträgerin einen Einfluss auf die Einschätzung des LGB hat, bleibt abzuwarten. Bergdirektor Tschauder: "Wir werden die Hinweise prüfen."

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