Im Kreis rückt die Feuerwehr 25-mal wegen des starken Regens aus - Probleme mit neuem Kanal in Konz

Unwettereinsätze : 25 Feuerwehr-Einsätze im Landkreis Trier-Saarburg

Vollgelaufene Keller und umgestürzte Bäume gab es vielerorts. In Konz war eine Straße betroffen, in die gerade erst mehr als eine Million Euro investiert worden war.

Das schwere Unwetter mit Starkregen, Sturm und Hagel kam am Donnerstagabend aus der Eifel nach Trier. In Arzfeld, Wolfsfeld, Irrel und Biers­dorf liefen Keller und Häuser mit Wasser voll. Die Feuerwehren mussten auch dorthin ausrücken. Noch bevor sich das Unwetter über Trier entlud, traf es gegen 17 Uhr die Verbandsgemeinde Trier-Land schwer. In Aach ergossen sich Wasser- und Geröllmassen zum tiefsten Punkt in der Ortschaft.

Mehrere Straßen wurden überschwemmt, auch Häuser waren betroffen. Die Kanalisation konnte die Wassermassen nicht mehr auffangen. Sie hoben Gullideckel an. Auf der Aacher Hauptstraße ging zeitweise nichts mehr. Die L 43 zwischen Aach und Besslich und zwischen Aach und Hohensonne war ebenfalls nicht mehr passierbar. Geröllmassen wurden auch auf die B 51 bei Hohensonne geschwemmt. Es kam zu enormen Verkehrsbehinderungen im Berufsverkehr. Die umliegenden Feuerwehren waren stundenlang im Dauereinsatz, auch um Keller in Besslich und Newel auszupumpen. Auf der B 418 zwischen Wintersdorf und Metzdorf musste ein umgestürzter Baum entfernt werden.

Später zog das Unwetter auch über Teile der Verbandsgemeinde Ruwer. Dort räumte die Feuerwehr zum Beispiel Geröllmassen von der L 149 in Mertesdorf. Die Straße war deshalb kurzzeitig gesperrt. Am Pluwigerhammer stürzten mehrere Bäume um, die ebenfalls beseitigt werden mussten.

Die Feuerwehr in der Verbandsgemeinde Konz musste nur zu zwei umgestürzten Bäumen ausrücken. Sie blockierten einen Wirtschaftsweg zwischen Konz-Oberemmel und der B 268. Verwunderung herrschte jedoch im Konzer Wohngebiet Berendsborn. Dort förderte der Regen eine Problem zutage, das eigentlich behoben sein sollte. So lief wie bei vorherigen starken Regenfällen die Senke am Berendsborn, dem namensgebenden Brunnen in dem Stadtteil, voll Wasser. Die Straße war überflutet. Ein Nutzer dokumentierte das in der Facebook-Gruppe „Du bist Konzer wenn ...“. Was die Konzer laut der Diskussion unter dem Beitrag nicht verstehen: Zwischen 2016 und 2018 haben die Verbandsgemeindewerke an der Stelle mehr als eine Million Euro zur Regenentlastung investiert. Unter anderem wurden neue Kanäle verlegt und ein 180 Kubikmeter großes Regenrückhaltebecken sowie mehrere Schächte gebaut.

Auf Anfrage bei der Verbandsgemeinde Konz erklärt Pressesprecher Michael Naunheim, dass der Einlauf für das Regenwasser schon korrigiert worden sei. Trotzdem gebe es es in der Senke noch Probleme mit dem Ablauf von Oberflächenwasser bei großen Regenmengen. Das liege unter anderem daran, dass die Kanäle teilweise verstopft seien – zum Beispiel durch Geröll, Hagel, Laub oder Grünschnitt. Deshalb bittet der Pressesprecher Anlieger des dortigen Bachlaufs im Namen der Verwaltung, keine Grünschnitt- oder Gartenabfälle am Bachrand zu lagern, sondern diese schnellstmöglich zu entfernen. Naunheim erklärt zudem, dass sich die Verwaltung um eine Verbesserung bemüht: „Das planende Ingenieurbüro wurde nochmals eingeschaltet, um eine Lösung zu erarbeiten, die wir dann schnellstmöglich umsetzen werden.“

Das Unwetter traf am Donnerstag auch die Verbandsgemeinde Saarburg-Kell. In Schillingen hoben die Regenmassen Gullideckel an. Fahrbahnen wurden überflutet. Die Feuerwehr sicherte die Gefahrenstellen. Vier Bäume fielen um, zwei davon auf ein Haus. Um sie wegzuräumen, rückte die Höhenrettung an. Auch auf der Kreisstraße 43 zwischen Heddert und Lampaden beseitigten die Einsatzkräfte einen umgestürzten Baum mit Kettensägen. Die Fahrbahn der L 143 zwischen Schillingen und Kell am See wurde ebenfalls mit Geröll überschwemmt.

Kreisfeuerwehrinspekteur Christoph Winckler sagt auf TV-Anfrage, dass es insgesamt 20 bis 25 Einsätze in den Verbandsgemeinden Trier-Land, Ruwer, Konz sowie Saarburg-Kell gegeben habe. Größere Einsätze seien nicht darunter gewesen.

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