Im Laufschritt zum Brandort

HERMESKEIL. (red) Alles fing im Herbst 1990 an: Die Freiwillige Feuerwehr Hermeskeil bekam ein Tanklösch-Fahrzeug (Magirus, Baujahr 1950) zurück, das bei ihr von 1950 bis 1961 stationiert und dann an eine Werkfeuerwehr im Saarland verkauft worden war. Das gute Stück wurde der Grundstein für das Museum "Feuerpatsche".

Anfang Dezember 1990 wurde begonnen, das Tanklösch-Fahrzeug in der Hermeskeiler Feuerwache zu zerlegen und von Grund auf zu renovieren. Immer mehr drängte sich der Gedanke auf, dass man ein Feuerwehr-Museum einrichten müsse, um alle die wertvollen alten Ausrüstungsteile der Feuerwehr zu konservieren und der Öffentlichkeit zu präsentieren. Der freie Platz in der Hermeskeiler Feuerwache wurde immer kleiner. Die Kutschen und weiteren alten Geräte, die dort in der Fahrzeughalle gelagert wurden, mussten ausquartiert werden. Im Jahr 1995 wurde den Hermeskeiler Feuerwehrleuten erlaubt, ihre historischen Geräte in einem "verlassenen Haus" am Hermeskeiler Bahnhof unterzustellen. In der Hoffnung, nun endlich ein Gebäude für ein Museum gefunden zu haben, begannen einige Wehrmänner, die Gerätschaften nicht nur abzustellen, sondern in einer Art Ausstellung auf die verschiedenen Räume zu verteilen. Das Museum im Aufbau wurde auch damals schon für eine immer größere Zahl interessierter Besu-cher geöffnet. Besonders großen Zuspruch erhielt es immer im Herbst, wenn am Bahnhof der Hermeskeiler Bauernmarkt stattfand. Am 17. April 1999 war es dann soweit: Das Museum wurde offiziell unter dem Namen "Feuerpatsche" eröffnet. Es ist das erste und bisher einzige rheinland-pfälzische Feuerwehrmuseum. Hermann Lossbrand, Stellvertretender Vorsitzender des Landesfeuerwehr-Verbandes, übergab dieser Tage einen Flyer für die "Feuerpatsche" an Museumsleiter Ernst Blasius im Hermeskeiler Rathaus. Dabei wies er darauf hin, dass sich die Aufgaben der Feuerwehr in den vergangenen Jahrzehnten sehr geändert haben. Heute arbeiten die Feuerwehren mit modernen Geräten. Es sei anerkennenswert, dass in Hermeskeil die Hilfsmittel der Feuerwehr vergangener Tage gesammelt, erhalten und in einem Museum präsentiert werden. Deshalb habe der Landesfeuerwehr-Verband den Prospekt finanziell gefördert. Bürgermeister Michael Hülpes hob das ehrenamtliche Engagement der Hermeskeiler Feuerwehr für die "Feuerpatsche" hervor. Das Museum zeige die Geschichte der Feuerwehr nicht nur als ein Sondergebiet der Technikgeschichte, sondern auch als Zeit-, Kultur- und Sozialgeschichte. Für die Stadt Hermeskeil zollte der Zweite Beigeordnete Hermann-Josef Schabbach der Freiwilligen Feuerwehr Hermeskeil Lob für ihre Arbeit.