Im Mittelpunkt steht das Kind

Mit dem Ende der Herbstferien ist Sabine Mitrenga, seit Schuljahresbeginn Rektorin der Grundschule Hermeskeil, in ihre zweite Etappe am neuen Wirkungskreis durchgestartet.

Hermeskeil. Gerade mal sechs Wochen hat sie Zeit gehabt, sich einzuleben in Hermeskeil - und schon ging es in die Herbstferien. Doch vorerst stehen für Sabine Mitrenga ohnehin keine großen Änderungen an. "Natürlich möchte man als Schulleiter auch Akzente setzen", räumt die 48-Jährige ein. Doch nun sei es erst einmal wichtig, die Schule kennenzulernen und auf bewährten Strukturen aufzubauen.
Große Vorbilder


Als Pädagogin, die an ihrem Beruf die Arbeit mit Kindern liebt, sieht sie sich in der Tradition großer Vorbilder. "Für mich steht das Kind im Mittelpunkt", setzt auch Sabine Mitrenga wie Johann Heinrich Pestalozzi, Pädagoge und Schulreformer, auf ein "Lernen mit Kopf, Herz und Hand". Ebenso verinnerlicht hat die Schulleiterin das "Hilf mir, es selbst zu tun" von Reformpädagogin Maria Montessori: "Dazu möchte ich die Kinder in die Lage versetzen." In diesem Sinne leitete sie auch vier Jahre die Grundschule Pfeffelbach im Kreis Kusel. Ihren Wechsel in die Hochwaldstadt begründet sie mit dem Wunsch, eine Ganztags- und Schwerpunktschule (siehe Extra) zu leiten. "Die Schulform hat mich gereizt", sagt Mitrenga, die mitwirken will am Gelingen aktueller Themen wie Inklusion und Ganztagsunterricht.
Nach Erfahrungen an der Haupt- und Grundschule in Idar-Oberstein unterrichtete sie 16 Jahre an der Grundschule Brücken, wo sie auch Lehrer ausbildete. Nach Pfeffelbach wechselte die Mutter dreier Söhne, 19, 17 und 13 Jahre alt, "weil ich mehr wollte". Ohne ihr familiäres Umfeld mit Mann und vor allem Eltern, die immer bereit waren, sich um die Kinder zu kümmern, hätte sie nie ununterbrochen berufstätig sein können. Andererseits ist sie ziemlich sicher, dass ihre Mutter es wohl kaum verstanden hätte, wenn sie nach ihrem Studium zu Hause geblieben wäre.
Am neuen Wirkungskreis geht es für sie jetzt in erster Linie darum, bestehende Kooperationen wie mit Kindergärten auszubauen. Der Vorteil für Vorschulkinder sei der gleitende Übergang in eine bereits bekannte Umgebung, sagt die Nachfolgerin des kürzlich in den Ruhestand verabschiedeten Josef Gorges (der TV berichtete). Erstklässler, die zuvor in den Unterricht hätten hineinschnuppern können, müssten kein Neuland betreten, so dass sich Ängste gar nicht erst entwickelten. Nicht minder am Herzen liegt ihr der Kontakt zu den Eltern, den schon länger angebotene Elternabende oder auch -nachmittage vereinfachen. Vertreter der Schule gehen in die Kindertagesstätten (Kitas) und stellen dort ihre Arbeit vor, was sich ebenso bewährt hat wie gemeinsame Projekte. Für Kinder der Kita Rosa Flesch ist es normal, mit Grundschülern beim Martinsumzug mitzugehen. Vom engen Miteinander profitieren laut Mitrenga auch Kita und Schule. Jeder müsse wissen, wie der andere arbeite, was wiederum den Kindern zugute komme, die eine ordentliche Bildung erhalten sollten.
Extra

Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf können Förderschulen oder Schwerpunktschulen, personell entsprechend ausgestattete allgemeine Schulen, besuchen. Beide Schulformen zielen darauf ab, individuell zu unterstützen und zu fördern. In der Hermeskeiler Ganztagsgrundschule, seit gut drei Jahren Schwerpunktschule, unterrichten etwa 30 Lehrer, Förderlehrer, Lehramtsanwärter und Honorarkräfte 226 Schüler. Darunter nicht nur Kinder aus Hermeskeil mit den Stadtteilen Abtei und Höfchen sowie aus Damflos, sondern auch einzelne Schüler aus Grimburg, Rascheid, Malborn und Kell. Denn Grundschulen mit Ganztagsangebot können ebenso wie Schwerpunktschulen auch jenseits von Verbandsgemeindegrenzen von Schülern besucht werden. urs