Im Panzer zum Vier-Gänge-Menü

SAARBURG. Regelmäßig mündet die Freundschaft der Soldaten des in Saarburg stationierten 16. Jägerbataillons der französischen Streitkräfte zu ihren deutschen Gastgebern in gemeinsamen Unternehmungen. Jüngst hatten die "Chasseurs" mehrere Behördenvertreter aus dem Umland zu einem Empfang geladen.

Erst im Juli hatte Oberstleutnant Rémi Seigle das Kommando über das 16. Jägerbataillon von Oberst Bernard Barrera, der nach zwei Jahren den Dienstort wechselte, übernommen. Der neue Chef der Saarburger "Chasseurs" scheint sich inzwischen gut eingelebt zu haben. Auch die deutsche Sprache hat sich bereits in seinem Wortschatz "eingenistet" - zumindest ansatzweise. Er werde weiter daran arbeiten, erklärte Seigle bei einem Empfang in der Beuriger Kaserne, zu dem das 16. Jägerbataillon der in Saarburg stationierten französischen Streitkräfte Behördenvertreter aus dem Umland geladen hatte.Herzliches Zusammentreffen

Seit 1968 ist das Bataillon in der Stadt am Fuß der Burg stationiert. Die freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Soldaten und ihren Gastgebern, die sich seither entwickelt haben, beschreiben nicht zuletzt die Vertreter der örtlichen Behörden als "sehr gut". Dass das keineswegs Worthülsen sind, tritt vor allem dann zu Tage, wenn gemeinsame Unternehmungen anstehen. Schon die Begrüßung am Kasernentor beim jüngsten Zusammentreffen war überaus herzlich. Gekommen waren Ockfens Ortsbürgermeister Leo Steinmetz, Manfred Arnoldi als Vertreter der Gemeinde Mannebach, Jürgen Haag aus Irsch, Siegfried Büdinger als Ortschef von Ayl, Andreas Pauly, Beigeordneter der Gemeinde Schoden, Saarburgs Stadtbürgermeister Jürgen Dixius sowie die Bürgermeister Leo Lauer (Verbandsgemeinde Saarburg) und Winfried Manns (Verbandsgemeinde Konz). Auch Landrat Günther Schartz hatte sich der Gesellschaft angeschlossen. Im Traditionssaal der Garnison, einer Art Museum, begann eine kleine Exkursion durch die Geschichte des "stählernen" Bataillons. Danach informierte Oberstleutnant Seigle seine Gäste über den aktuellen Stand der Dinge - beispielsweise über die Aufgaben der Soldaten und die Infrastruktur der Garnison, auch darüber, dass die Hälfte des Bataillons im November zu einer Nato-Mission nach Afghanistan aufbricht. Spontanen Applaus erntete der Kommandeur, als er versicherte, dass in absehbarer Zeit das 16. Jägerbataillon weder aufgelöst noch verlegt werde. "Wir fühlen uns wohl in Saarburg", betonte Rémi Seigle. Nach Auskunft von Garnisons-Pressesprecherin Yuna Long hat es vor Jahren Gespräche über eine Auflösung des Standortes Saarburg gegeben.Leo Lauer freut sich über gute Nachricht

Höhepunkt des Tages war eine Panzerfahrt durch den Kammerforst mit dem Garnisons-Casino als Ziel. Dort packten die "Chasseurs" auf ihre bis dahin gezeigte Gastfreundschaft noch eins drauf. Bei einem Vier-Gänge-Menü konnte sich die Gruppe stärken. Unterdessen hatte sich die gesamte Führungsriege der Garnison hinzugesellt. Das insgesamt rund vierstündige Treffen endete mit der Vorführung verschiedener militärischer Gerätschaften. Man sei bestrebt, die hervorragenden Beziehungen zur Gaststadt und zu den umliegenden Ortschaften auch in Zukunft zu pflegen, betonte Pressesprecherin Long. Bürgermeister Leo Lauer freute sich: "Dass das französische Bataillon in Saarburg bleibt, ist die beste Nachricht des heutigen Tages."