Im Sportlerheim soll keiner mehr frieren

Beuren · Die Probleme mit der Heizungsanlage im Beurener Sportlerheim sollen bald der Vergangenheit angehören: Der Gemeinderat gibt den Stadtwerken Trier als Betreiber der Wärmepumpe noch eine letzte Chance, die seit Jahren bestehenden Mängel zu beheben. Eine zusätzliche Pumpe soll die Lösung bringen.

 Die Heizung im Beurener Sportlerheim streikt immer wieder. Jetzt hofft die Ortsgemeinde, eine Lösung für das Problem gefunden zu haben. TV-Foto: Christa Weber

Die Heizung im Beurener Sportlerheim streikt immer wieder. Jetzt hofft die Ortsgemeinde, eine Lösung für das Problem gefunden zu haben. TV-Foto: Christa Weber

Foto: (h_hochw )

Beuren. Die Heizung im Beurener Sportlerheim macht schon seit längerer Zeit Ärger. Die Fußballer sitzen nach dem Duschen häufig in kalten Räumen, weil die Steuerung der im November 2011 eingebauten Wärmepumpe nicht so funktioniert, wie sie sollte. Im Winter sei dies "stark aufgefallen", wie Mitglieder des Sportvereins in der Sitzung des Gemeinderats bestätigten. Diese Beschwerden hat die Ortsgemeinde, die sich die anfallenden Verbrauchskosten mit dem Verein teilt, in der Vergangenheit schon mehrfach an die Stadtwerke Trier weitergegeben (der TV berichtete zuletzt am 27. Februar).
Keine Kosten für Gemeinde


Deren Vertreter Marc Steinert hat dem Gemeinderat nun eine Lösung für die Probleme präsentiert: Zu der bestehenden soll eine zweite Wärmepumpe mit geringerer Leistungsstärke eingebaut werden, die dann nur das Beheizen der Räume übernehmen soll. Dieser Kreislauf werde somit vom Aufbereiten des Warmwassers, auf dem derzeit die Priorität liege, abgekoppelt, erläuterte Steinert.
Für die Ortsgemeinde sei der Einbau der zweiten Pumpe mit "keinerlei Kosten" verbunden: "Die Stadtwerke übernehmen diese Investition, wir kümmern uns auch um die Wartung und die Instandsetzung", verkündete der SWT-Vertreter.
Unter den Ratsmitgliedern herrschte dennoch Skepsis, ob sich die seit Jahren vorhandenen Probleme dadurch beheben ließen. Unter den rund 20 Zuhörern der Ratssitzung kam zudem die Forderung auf, den Vertrag mit den Stadtwerken aufgrund der festgestellten Mängel zu kündigen. Der in der Sitzung anwesende Bürgermeister der Verbandsgemeinde Hermeskeil, Michael Hülpes, empfahl dagegen, das Angebot der SWT zur Nachbesserung anzunehmen: "Wenn es jetzt ein solches Angebot gibt, sollte man das ausprobieren", sagte Hülpes. Er sehe "zum jetzigen Zeitpunkt keine andere Möglichkeit". Allerdings schränkte der VG-Chef ein: "Wenn es dann immer noch nicht warm wird, gibt es einen Grund zu sagen, dass die vertraglichen Vereinbarungen nicht eingehalten werden." Dann müsse man überlegen, den Vertrag möglicherweise zu kündigen.
Im Plenum kam auch zur Sprache, dass der Vertrag mit den Stadtwerken vom damaligen Ortsbürgermeister ohne Rücksprache mit dem Gemeinderat unterzeichnet worden sei. Es wurde angezweifelt, ob der Vertrag tatsächlich gültig sei. Diese Zweifel räumte Hülpes aus: "Es sind zwei Unterschriften darunter - damit ist der Vertrag in Kraft getreten."
Prüfung im Frühjahr 2017


Nachfragen aus dem Rat kamen auch zur Höhe der zu erwartenden Verbrauchskosten durch die zweite Pumpe. In der Vergangenheit war es bei der Abrechnung zu Fehlern gekommen, weshalb die SWT bereits Geld an die Gemeinde zurückerstattet hatten. SWT-Vertreter Steinert erklärte, dass bei den Verbrauchskosten keine Steigerung zu erwarten sei, da die neue Pumpe den Teil der Leistung für das Heizen der Räume übernehme, welchen die bestehende Pumpe dann nicht mehr erfüllen müsse.
Der Rat beschloss mit einer Mehrheit von sechs Jastimmen bei zwei Neinstimmen und drei Enthaltungen, das Angebot der SWT anzunehmen. Allerdings wurde als Zusatz formuliert, dass im Frühjahr 2017 geprüft wird, ob die Probleme behoben sind und tatsächlich keine "wesentliche Kostensteigerung" vorliegt. Die zweite Pumpe soll spätestens im August eingebaut werden.Extra

Windkraft: Projektentwicklung Uwe Seher informierte im Beu-rener Rat darüber, dass sich die Zahl der möglichen Anlagen bei Beuren durch Änderungen am Flächennutzungsplan-Entwurf der Verbandsgemeinde Hermeskeil von sieben auf drei reduziert habe. Dies sei vor allem auf Einschätzung der Gutachter zurückzuführen, die Auswirkungen der geplanten Windräder auf das Landschaftsbild untersucht hatten. "Das Thema Sichtbeziehungen hat uns kalt erwischt", gestand Seher. Er könne die Bewertungen der Gutachter "nicht in allen Fällen nachvollziehen". Man wolle nun mit den Entwicklern des benachbarten Windparks in Bescheid enger zusammenarbeiten, um beim Bau der Anlagen "Synergieeffekte" zu nutzen und "die Kosten senken" zu können, erklärte Seher. Die Genehmigungsanträge könnten zeitgleich gestellt werden, sobald der Flächennutzungsplan der Verbandsgemeinde "rechtskräftig" sei. Davon hänge der weitere Zeitplan entscheidend ab. Dazu erklärte VG-Bürgermeister Michael Hülpes, dass der Planentwurf bis zum 15. Juni öffentlich ausgelegt sei. "Gibt es danach keine gravierenden Änderungen mehr, könnten wir ihn nach der Sommerpause als Satzung beschließen." Man könne allerdings "von Glück sagen, wenn wir dieses Jahr noch Baurecht erhalten". Abwasserbeseitigung: Der Rat hat einstimmig beschlossen, dass die Verbandsgemeinde-Werke eine Kleinkläranlage am Sportplatz bauen und betreiben sollen, um dort eine den geltenden Vorschriften entsprechende Abwasserbeseitigung zu gewährleisten. Für die Ortsgemeinde fallen dadurch laut Werkleiter Andreas Schmitt einmalige Anschlusskosten von 9500 Euro und eine jährliche Gebühr von etwa 300 Euro an. Das Gremium sah diese Lösung im Vergleich zu einem Leitungsanschluss an das Kanalnetz als kostengünstigste Lösung an. Über die Abwasserbeseitigung an der Fischerhütte soll im Sommer erneut beraten werden. cweb