Im Staden darf gebaut werden

Die Rechtsgrundlage für ein kleines Baugebiet auf einem ehemaligen Gärtnerei-Gelände in Saarburgs "Unterstadt" ist geschaffen. Nachdem der Bebauungsplan "Gärtnerei Kind/Staden" kürzlich wiederholt der Öffentlichkeit präsentiert worden war, segnete der Stadtrat das Dokument nun ab. In der Unterstadt kann bald wieder gebaut werden.

Saarburg. "Es sind nur wenige Stellungnahmen eingegangen", berichtete Nils Osterwalder vom Trierer Planungsbüro BKS in der jüngsten Stadtratssitzung.

Dabei war schon im Vorfeld abzusehen, dass die zweite Offenlage des Bebauungsplans, der das ehemalige Gelände der Gärtnerei Kind in Saarburgs "Unterstadt" zu einem Mini-Baugebiet machen soll, nur noch wenig öffentliches Interesse auf sich ziehen würde. Denn erstens waren schon während der ersten Offenlage keine tiefgreifenden Änderungswünsche oder Bedenken von den beteiligten Behörden beziehungsweise den Bürgern geäußert worden.

Zweitens durften diesmal nur noch Stellungnahmen zu den Änderungen abgegeben werden, die der Stadtrat im Dezember beschlossen hatte und die sich auf wenige, eher unwesentliche Bauvorgaben bezogen (der TV berichtete).

Geschlossen stimmte der Rat am Ende für den Bebauungsplan "Gärtnerei Kind/Staden" in seiner jetzigen, endgültigen Form und zog damit den Schlussstrich unter das Verwaltungsprozedere. Der Weg für die Bagger ist nun frei. Die Erschließung soll voraussichtlich am 1. März beginnen. Die insgesamt rund neunmonatige Planungsphase bewertete Osterwalder insgesamt positiv. So habe es nur wenige Besonderheiten und schon gar keine unlösbaren Probleme gegeben. "Im rückwärtigen Bereich des Gebiets steigt das Gelände etwas an. Deshalb mussten wir uns etwas länger Gedanken machen über die Platzierung der Grundstücke in diesem Bereich", erklärte der Planer.

Darüber hinaus habe man die Bauvorgaben etwas "enger" fassen müssen. So sind nur Putzfassaden in vordefinierten hellen Farben zulässig. Außerdem sind die Dacheindeckungen nur in bestimmten Grautönen beziehungsweise in Schwarz erlaubt. "Was das Erscheinungsbild der Häuser betrifft, wollten wir uns an der historischen Bebauung im Umfeld orientieren", begründet Osterwalder die Vorgaben. Gleichwohl seien Solarmodule zur Stromerzeugung auf den Hausdächern zulässig.

Insgesamt elf Baugrundstücke sollen in dem privat finanzierten Baugebiet im Staden entstehen, von denen laut Internetseite des Investors, des Gärtnerei-Inhabers Herbert Kind, neun Parzellen für die Vermarktung bestimmt sind. Vier Grundstücke seien derzeit noch zu haben, heißt es auf der Seite weiter. Extra: Der Stadtrat hat die Erweiterung des Bebauungsplans "Gewerbegebiet Saarufer" beschlossen (TV vom 28. Januar). Damit soll die Rechtsgrundlage für den Ausbau des im Gewerbegebiet ansässigen Wohnmobil-Parks geschaffen werden. Der Bauauftrag für die "äußere Erschließung" (Kanal, Wasser, Strom, Telefon) des geplanten Sportzentrums im Kammerforst geht an ein Saarburger Bauunternehmen. Die Firma hatte auf die Ausschreibung der Arbeiten hin das günstigste Angebot (92547,49 Euro) vorgelegt. Nach Auskunft von Stadtbürgermeister Jürgen Dixius soll die Entscheidung, welche Stadt (Saarburg oder Landau) die Landesgartenschau 2014 ausrichtet, am 18. Mai fallen.