Immer Einsatzbereit!

TRIER. "Nicht ohne meinen Beruf" ist für Andrea Hansen ein Lebensmotto. Mit dem TV sprach sie über den Balanceakt einer Mutter zwischen Familie und Beruf, über berufliche Nischen, zusätzliche Euros und Anerkennung.

"Trotz aller Emanzipation sind mir als Mutter im Berufsleben die Hände gebunden", sagt Andrea Hansen. Heißt: Für sie wäre ein Vollzeit- oder Halbtagsjob nicht mit den Haushaltspflichten und der Kindererziehung vereinbar. Aber so ganz ohne Beruf will die vierfache Mutter nicht sein. Eine ihrer Lösungen: Die gelernte Kinderkrankenschwester arbeitet viermal im Monat als Krankenschwester im Anna-Stift in Trier. Dass Krankenschwestern in drei Schichten arbeiten, macht es der Familienmutter einfacher. "Für mich kommt nur die Nachtschicht in frage." Denn der Frühdienst beginnt um 6 Uhr und endet zwischen 13 und 14 Uhr. Der Spätdienst fängt um 12 Uhr an und Feierabend ist zwischen 20 und 22 Uhr. Zu arbeiten, wenn andere schlafen, sei nur als Frau mit Partner möglich. "Es muss schließlich jemand da sein, der auf die Kinder aufpasst." Es fehlt an Betreuungseinrichtungen

Mangelnde Kinderbetreuungsmöglichkeiten sieht Andrea Hansen generell als größtes Handicap, wenn es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf geht. Hätte sie mehr arbeiten wollen, wäre sie schnell an Grenzen gestoßen: "Als die Kinder klein waren, waren Krippen Mangelware und heute fehlt es an Betreuungsmöglichkeiten für Teenager." Denn sie findet es nicht gut, den Kindern in diesem Alter den Schlüssel in die Hand zu drücken und sie alleine zu lassen. Ihre Lösung: Neben Alltagspflichten und Nachtwachen fand Andrea Hansen weitere Nischen, um den Fuß im Berufsleben zu halten. "Das ist mir immer sehr wichtig gewesen, man weiß schließlich nie was kommt." Hier sei allerdings sehr viel Ideenreichtum und Flexibilität gefragt. Andrea Hansen fand familienfreundliche "Ecken": Während der Kleinkindphase der Kinder bot sie Erste-Hilfe-Kurse in Trierer Kindergärten an. "Ich habe etwa sechs Stunden pro Woche gearbeitet und die Zeit konnte ich mir gut einteilen." Was sie früher für Kindergärten machte, bietet sie heute für Kinder in Grundschulen und in Luxemburger Tagesstätten an. Gleichzeitig gibt sie so genannte Babysitter-Kurse, um Teenagern ab dem 13. Lebensjahr mehr Sicherheit im Umgang mit den Kleinen an die Hand zu geben. "Eigentlich hätte ich genügend Arbeit mit Haushalt und Kindererziehung, aber wir war es immer wichtig, nicht aus meinem Beruf ,herauszukommen." Und: "Die Arbeit macht mir sehr viel Spaß, ich habe einen guten Draht zu Kindern, und ich bekomme sehr viel Bestätigung durch viele positive Rückmeldungen." Lohn und Lob im Beruf streichelten das Ego. "Denn leider erntet man als Hausfrau und Mutter nur selten Anerkennung." Neben dem Schulterklopfen seien die zusätzlichen Euros auch kein Luxus, sondern ein Zubrot, das Familie Hansen einplane. "Man kann jeden Euro gebrauchen, wenn man eine Großfamilie hat."