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In Coronazeiten setzt der Schodener Rat auf Schnelligkeit.

Kommunalpolitik : Im Turbogang zum neuen Haushalt

In Corona-Zeiten setzt der Schodener Ortsgemeinderat in seiner Haushaltssitzung auf Schnelligkeit. Damit Investitionen möglich werden, war das Zahlenwerk in wenigen Minuten unter Dach und Fach.

Viele Orte sagen ihre Ratssitzungen ab. Aber Schoden nicht. Nur wenige Minuten brauchte Ortsbürgermeister Rüdiger Hausen, um von seinem Gremium ein einstimmiges Votum zum Zahlenwerk des Doppelhaushaltes für dieses und das nächste Jahr zu bekommen.

„Das ist wichtig, um handlungsfähig zu bleiben“, begründet der Ortschef die Sitzung, die auch optisch ganz anders ablief als alle anderen zuvor. Jedes Ratsmitglied bekam im Bürgerhaus seinen eigenen Tisch, der zwei Meter vom Nachbarn weg aufgestellt war. Das Coronavirus sollte keine Chance bekommen. Auch Zuhörer hätten einen Sicherheitsabstand bekommen. Aber es kamen keine.

Auf eine Aussprache mit langen Redebeiträgen wurde verzichtet, denn vor allem, was investiert werden soll, steht schon lange fest. Vieles sind sowieso Pflichtaufgaben der Kommune. „Wenn es keinen gültigen Haushalt gibt, sind Eilentscheidungen nicht möglich“, erklärt Hausen. Schnell soll auch die Prüfung durch die Kommunalaufsicht des Landkreises vonstatten gehen.

Der oberste Wunsch des Ortsbürgermeisters lautet: „Die Corona-Krise soll so schnell wie möglich zu Ende gehen, damit wir prüfen können, an welche Firmen noch eine Auftragsvergabe möglich ist.“ Auch die infrage kommenden Unternehmen könnten von Corona betroffen sein.

Neubaugebiet hat Priorität Die Erschließung des Neubaugebietes Leimkaul mit einer Investitionssumme von 1,8 Millionen Euro steht in Schoden klar an oberster Stelle der Prioritätenliste, denn potenzielle Bauherren warten auf grünes Licht. Auch die Sanierung des Bürgerhauses (100 000 Euro) und die Neugestaltung des Dorfplatzes (70 000 Euro) sollen so bald wie möglich begonnen werden.

Gerade beim Bürgerhaus sieht Rüdiger Hausen Handlungsbedarf: „Wenn wir die Sanierung jetzt nicht anpacken, gehen wieder zwei Jahre ins Land, die Bausubstanz wird schlechter und die Sanierung noch teurer.“

„Alle Investitionen sind wichtig, sonst würden sie ja nicht auf unserer Liste stehen“, unterstreicht Hausen. Dazu gehört auch die Machbarkeitsstudie eines kleinen Gewerbegebietes (10 000 Euro) und die Weiterentwicklung der Freizeitanlage an der Saar mit einer Planung (20 000 Euro in diesem und dem nächsten Jahr).

Angesichts des Klimawandels könnte der Hochwasser- und Starkregenschutz (20 000 Euro) ebenfalls sehr wichtig werden.

Jetzt hat die Kommunalaufsicht das Wort. Sie wird prüfen, ob Schoden sich das alles leisten kann.

 „Ob es zusätzlich zu Steuerausfällen kommt, weiß ja keiner“, gibt Hausen zu bedenken. „Jetzt fahren wir den Rat erst einmal runter“, sagt er, denn nun können ja Ausschreibungen laufen, ohne das Gremium zu fragen und damit unnötige Corona-Risiken einzugehen.