In eine andere Welt entführt

Der Brasilianer Dirceu Braz ist einer der besten Bachtrompeter der Gegenwart. Vor rund 60 Zuhörern hat er in der Evangelischen Kirche in Saarburg einen begeisterten Auftritt gefeiert.

"In Deutschland ist es kalt", sagte Dirceu Braz' Vater, als der ihm vor 37 Jahren sagte, er würde nach Deutschland gehen. Nach einem Musikstudium in São Paulo (Brasilien) studierte er in Stuttgart und Zürich Musik.

Die Bindung zu seiner brasilianischen Heimat hat Braz nie verloren. Geboren wurde der Trompeter vor 60 Jahren in "Mogi das Cruzes", einer Stadt etwa 70 Kilometer östlich von São Paulo. Dort setzt er sich bis heute für Kinder ein, die in ärmsten Verhältnissen aufwachsen. Auf seiner Tour wirbt er für das Projekt "Haus der Hoffnung", eine Kindertagesstätte mit Hausaufgabenbetreuung und Freiraum zum Spielen und Musizieren.

Zu Beginn seines Konzerts entführt Braz seine Zuhörer zu einer Meditation in den brasilianischen Urwald. Er prangert soziale Missstände an: "Viele Indianer leben heute in den Städten, trinken, prostituieren sich oder müssen betteln."

Er spielt den ersten Satz aus Georg Friedrich Händels Wassermusik, ein Stück aus Händels Oper Rinaldo, aber auch die Suite in d-Dur von Johann Sebastian Bach. Neben Barockkompositionen gibt es Eigenkompositionen, aber auch Jazzstandards von Gershwin (wie "Summertime" aus dem Musical "Porgy and Bess"), Louis Armstrong oder Frank Sinatra zu hören.

Begleitet wird Braz von dem Pianisten Alexander Erhardt, der mit einer Improvisation zu einer Komposition von Billy Joel sein Können zeigt. "Ich bin von seiner Musik begeistert", sagt Pfarrerin Elke Füllmann-Ostertag nach dem Konzert. Sie hatte Braz nach einem Auftritt in Hopfen am See (Bayern) gefragt, ob er mal ein Konzert in Saarburg geben würde. "Schön, dass das geklappt hat."