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Dorfentwicklung: In Hentern sind bald die Bürger gefragt

Dorfentwicklung : In Hentern sind bald die Bürger gefragt

Die Gemeinde startet in den nächsten Wochen eine vom Land geförderte Dorfmoderation. Dabei wird ein Fachmann auch die Bürger ansprechen, um Ideen für eine Verbesserung der Lebensqualität im Ort zu sammeln. 

Im Landkreis Trier-Saarburg werden jährlich jeweils eine oder zwei Gemeinden für eine besondere Förderung ihrer Dorfentwicklung durch das Land auserkoren. Schwerpunktgemeinde heißen diese Orte, von denen es landesweit derzeit 137 gibt (siehe Info). Auch Hentern wollte 2018 bereits dazugehören, aber: „In diesem Jahr hat es noch nicht geklappt, in den Genuss der Zuschüsse zu kommen“, sagt Ortsbürgermeister Michael Marx. „Für das kommende Jahr stehen die Chancen allerdings gut.“ Unter Vorbehalt habe man ihm bei der Kreisverwaltung zugesagt, dass die Aussichten für eine Aufnahme in das Schwerpunktgemeinden-Programm recht gut seien.

Das heißt allerdings nicht, dass die Gemeinde mit der Weiterentwicklung ihres Dorfkerns bis 2019 warten muss. Sie hatte sich nämlich auch für ein zweites Instrument der Landesförderung beworben, eine sogenannte Dorfmoderation. Dabei sammelt ein externer Berater gemeinsam mit den Bürgern Ideen für eine Verbesserung beispielsweise der Infrastruktur und der Dorfgemeinschaft. „Was das angeht, muss jetzt alles schnell gehen“, kündigt Marx an. Die Genehmigung der Förderung sei Ende April erfolgt, jedoch mit der Auflage, dass bereits Ende Mai mit der Dorfmoderation begonnen werden müsse.

Einen geeigneten Moderator habe die Gemeinde bereits gefunden. In einer zurückliegenden Sitzung des Gemeinderats wurden Ablauf und Prozedere der Dorfmoderation laut Marx bereits erläutert und dieses Treffen als Beginn des Projekts deklariert. „In Kürze wird eine Bestandsaufnahme im Ort folgen, wobei ich die Bürger jetzt schon bitte, den Fragen offen gegenüberzustehen.“ Nach den Sommerferien solle es dann eine Auftakt- und Informationsveranstaltung geben, zu der alle Bürger eingeladen würden.

„Leben und Entwicklung im Dorf sind entscheidend auf das Engagement der Bürger angewiesen“, sagt Marx. „Schließlich verfügen sie über das örtliche Wissen, die Erfahrung und die Ideen.“ Durch ein frühzeitiges Einbinden der Bewohner könnten Planungen bedarfsorientierter und transparenter gestaltet werden. „Wichtig für uns ist aber auch, dass durch die Moderation mit fremden Augen auf unseren Ort geblickt wird. Dabei können Dinge erkannt werden, die wir als Einheimische unter Umständen übersehen.“ Einzelne Projekte jetzt bereits beim Namen zu nennen, sei nicht möglich, das werde sich im Rahmen der Dorfmoderation ergeben. Dass sich am Dorfplatz und am Zustand der Ortsdurchfahrt etwas ändern soll, hat der Gemeinderat schon vor längerer Zeit anvisiert. „Es geht um die Gestaltung von ortstypischen Örtlichkeiten, aber auch um leerstehende Objekte und eventuelle Ankäufe.“

Natürlich müsse dabei auch die seit Sommer 2017 geschlossene Grundschule und deren künftige Verwendung einbezogen werden. „Derzeit ist die Jugendgruppe dort untergebracht, außerdem zwei Gymnastikgruppen des Sportvereins. Einen Raum werden wir außerdem für die Seniorengruppe einrichten“, sagt Marx. Da die Henterner Pfarrkirche wegen notwendiger Renovierungsarbeiten derzeit geschlossen sei, werde ein Raum im Schulgebäude  vorübergehend für kirchliche Zwecke genutzt.

Ein Raum sei noch frei. „Den möchten wir gemeinsam mit dem Notkirchen-Raum, sobald die Renovierung fertig ist, auf dem Wohnungmarkt eventuell als Lagerräume anbieten, um damit den Unterhalt des Gebäudes zu unterstützen.“

Ein Sanierungskonzept werde über weitere bauliche Veränderungen Aufschluss geben.