In Könen liegt vieles in der Luft

Ob Flugtiere oder Lärm: Der Entwurf des Bebauungsplans "Pferdsgarten" in Könen muss sich vor allem nach den Lärmquellen durch die Sportanlagen und den Fledermaus- wie auch Wendehals-Vorkommen (eine Vogelart) richten. 88 Grundstücke sind vorgesehen.

Konz-Könen. Seit drei Jahren beschäftigt sich der Könener Ortsbeirat mit dem Neubaugebiet "Pferdsgarten". Nun ist das Verfahren so weit, dass der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung mehrheitlich die Offenlage des Bebauungsplan-Entwurfs beschlossen hat.

Im Neubaugebiet gibt es laut Planer Thomas Lang vom Büro BKS 88 Grundstücke mit jeweils rund 600 Quadratmetern Fläche. Ursprünglich waren 100 Parzellen angedacht. "Wir mussten die Zahl der Grundstücke vor allem am Randbereich reduzieren", sagt Lang im Gespräch mit dem TV. Hochwasserschutz, Abstand zu bestehender Bebauung und das hohe Fledermaus-Aufkommen sind die Gründe. Letzteres bedingt auch zwei Grünstreifen-Korridore. Sie mussten eingeplant werden, "damit die Fledermäuse weiterhin den Weg zur Saar finden", erläutert Lang. An dem Fluss befinden sich die Nahrungs- und Jagdhabitate der Tiere.

Neues Zuhause für Wendehälse geplant



Ein weiteres Tier hat in Könen inzwischen einen schlechten Ruf: der Wendehals. Weil der Vogel vor langer Zeit dort gesichtet worden ist, ist die Messlatte für die Bauanforderungen höher gelegt worden. Eine Ausgleichsfläche mit einem für Wendehälse adäquaten Lebensraum muss gefunden werden. "Es ist ein Ersatzquartier im Bereich Ladsberg geplant", sagt Lang. Gespräche mit Grundstücksbesitzern laufen.

Lange Diskussionen gab es indes in der Frage der Zufahrten zum Neubaugebiet. Letztlich haben sich die Gremien auf drei Wege geeinigt: Der nördliche Bereich wird über die Straße "Im Pferdsgarten" angefahren, der Südwesten von der Bergstraße aus und der nordöstliche Bereich über die Charnystraße. "Eine gerechte Verteilung der Verkehrsströme" ist laut Lang das Ziel.

Nicht nur die Lärmbelastung durch den Verkehr, auch der Schall, der von den Sportanlagen kommt, soll so gering wie möglich gehalten werden. Neben einem bereits im Plan vermerkten Lärmschutzwall zur Charnystraße hin sieht der Entwurf einen weiteren, drei Meter hohen Wall mit einem zehn Meter breiten Böschungsfuß an den zur Bebauung hingewandten Seiten des Tennisplatzes vor. Im Stadtrat wurde daraufhin diskutiert, ob denn nicht auch ein Wall im Zusammenhang mit der Bebauungsfrage am Sportplatz in Konz-Kommlingen (der TV berichtete mehrfach) eine Lösung wäre. Doch Lang machte klar: "Der Vergleich zu Kommlingen ist nicht gegeben." In Könen gehe es allein um den Lärm der Sportanlage, in Kommlingen sei die Zufahrt über eine nicht öffentlich-gewidmete Straße ein zusätzliches Problem.

Der Wall ist in Könen nicht die einzige Maßnahme gegen den Lärm. Außerdem soll festgelegt werden, dass sich der Grundriss der Häuser, die in Nachbarschaft zu den Sportanlagen liegen, bei der Raumanordnung im Obergeschoss an die Umgebung anpasst.

Die in den vergangenen Jahren angedachte Energieversorgung der neuen Häuser über ein Nahwärmenetz haben die Planer inzwischen "zurückgestellt", sagt Alexander Queins von der Stadtverwaltung.

Der Stadtrat hat nun der Offenlage des Plans zugestimmt. Nur die Grünen enthielten sich ihrer beiden Stimmen. "Die Randbebauung gefällt mir nicht", sagte Fraktionssprecher Wolfgang Hertel. Sie sei zu nah an der Saar. Ob der Plan-Entwurf letztlich auch so als Satzung beschlossen werden kann, werden die Ergebnisse aus der Offenlage zeigen.

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