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In Lampaden gibt's bissige Sprüche und lustige Sträflinge

In Lampaden gibt's bissige Sprüche und lustige Sträflinge

Da haben sich die Lampadener Karnevalsfreunde mächtig ins Zeug gelegt. Beim Fastachtsumzug, der nur alle fünf Jahre stattfindet, waren 32 Gruppen und 3000 Zuschauer dabei.

Lampaden. "Eisige Zeiten in Lampaden" - diese Aufschrift prangt an der Seite des letzten Motivwagens, der sich am Sonntag mit einem Iglu obendrauf durch das dichte Zuschauerspalier im Hochwaldort zwängt. Die heimischen Karnevalsfreunde bilden das Schlusslicht des Umzugs mit insgesamt 32 Gruppen. Nur alle fünf Jahre geht in Lampaden eine närrische Karawane auf die Reise - und zur Freude der Veranstalter passt am Sonntag alles. Es ist zwar knackig kalt, dafür lacht aber die Sonne über die Akteure und die rund 3000 Besucher am Straßenrand. Den Lampadener Karnevalsfreunden ging es mit der Botschaft ihres Wagens aber nicht um Wetterprognosen, die dann auch noch eintreffen. Sie spielen damit darauf an, dass es in der Gemeindepolitik bekanntlich seit langem knirscht und kracht. Klar - für Karnevalisten ist das eine Steilvorlage. Gleich mehrere Gruppen nehmen den Dauerzwist von Ortschef Ewald Hermesdorf und Oppositionsführer Martin Marx aufs Korn. Die frühere Alte-Herren-Mannschaft bezeichnet den Trubel auf ihrem Wagen als "Muppetshow". Auf der Rückseite haben sie aber auch ihren Wunsch bildhaft deutlich gemacht. Dort haben sie die Figuren der beiden Streithähne gebastelt, die sich die Hand reichen. Eine Gruppe Frauen hat sich Perücke und rote Pappnase aufgesetzt. Denn, so stöhnen sie entnervt: "Die Lampadener Gemeindepolitik ist nur noch als Clown zu ertragen."
Doch natürlich gibt\'s in Lampaden auch noch reichlich Frohsinn ohne politschen Hintersinn: Piraten ziehen ebenso fröhlich durch das Dorf wie Pinguine, Hühner und goldige Mädchen aus Zerf oder ein kompletter Zoo. So haben sich die "Party Animals" auf ihrem Wagen verkleidet. Tja, und da wäre dann schließlich noch die Lampadener Jugendgruppe, in der die Mädchen die Polizisten mimen und die Jungs als Sträflinge hinter Gittern stecken. Einer von ihnen trägt auf seiner Brust ein Schild, das sein Vergehen zeigt: "Anklage: Plagiat!". Dafür geht\'s ab in die Zelle 1987, die - das steht auch auf dem Schild dabei - den jungen Mann zum Nachbarn von Frau Schavan und Herrn zu Guttenberg macht.