In Waldweiler knallen bald die Sektkorken

In Waldweiler knallen bald die Sektkorken

Die Ortsgemeinde Waldweiler will aus ihrer alten Schule wieder ein Schmuckstück machen. Dem eine Million Euro teuren Umbau zum Dorfcafé und Wohnhaus steht nichts mehr im Weg: Die Kommunalaufsicht gibt grünes Licht. Im Herbst soll’s losgehen, dann werden auch die Bürger in die Dorferneuerung einbezogen.

Waldweiler. In Waldweiler soll sich bald einiges verändern. Schließlich ist der Ort mit etwa 900 Einwohnern seit diesem Jahr Schwerpunktgemeinde der Dorferneuerung und profitiert von einer großzügigen Landesförderung. Das erste Projekt hat der Gemeinderat jetzt auf den Weg gebracht: den Umbau der ehemaligen Grundschule zum Dorfcafé. Die finale Planung wurde einstimmig abgesegnet.
An einer neuen Nutzung für das denkmalgeschützte Gebäude aus dem Jahr 1912 arbeitet die Ortsgemeinde seit sechs Jahren. Dabei habe sie einige Rückschläge hinnehmen müssen, sagt Ortsbürgermeister Manfred Rauber. Frühere Pläne wie ein Umbau zur Seniorenpension mit Betreutem Wohnen scheiterten an Bedenken der Kommunalaufsicht. Finanzielle Hürden verhinderten auch die Idee, der Arbeiterwohlfahrt Trier-Saarburg Räume für eine Tagespflege zu vermieten. Nun aber ist ein Konzept gefunden, mit dem alle Beteiligten - auch die Kommunalaufsicht - einverstanden sind. "Ich wollte schon die Sektkorken knallen lassen. Aber ich warte damit lieber noch, bis es wirklich losgeht", sagt Rauber. Die Mühe habe sich jedenfalls gelohnt: "Es ist was sehr Schönes draus geworden."
Zuletzt habe es noch einige Abstimmungsgespräche und Änderungen gegeben, sagt der Ortschef. Das Ergebnis ist eine klare Trennung der künftigen Nutzung: Das Erdgeschoss ist für die Gemeinde reserviert. Dort soll ein Dorfcafé eingerichtet werden mit Terrasse und Kiosk, "wo man sich ein Brötchen oder eine Zeitung kaufen kann". Wo früher die Klassenräume waren, entstehen eine Teeküche, ein Bürgermeister-Dienstzimmer und ein Gemeindesaal. Laut Rauber wird dort künftig der Gemeinderat tagen. "Aber man kann die Räume auch für private Veranstaltungen mieten." Bislang müssten die Bürger für ihre Feiern in Nachbarorte ausweichen, weil die Teufelskopfhalle für solche Anlässe zu groß sei.
Im Obergeschoss sind drei barrierefreie Wohnungen geplant, die für sechs Euro pro Quadratmeter vermietet werden sollen. In früheren Plänen waren auch Wohnungen im Erdgeschoss vorgesehen, aber das hätte laut Rauber die Fördersumme reduziert. Verabschieden musste sich der Ortschef von der Idee, im Keller eine Art Fitness- und Reha-Raum einzurichten. "Für mich hätte das gut zum Mehrgenerationengedanken gepasst, aber es wäre nicht förderfähig gewesen." Im Keller werden nun stattdessen ein Stuhllager und der Heizungsraum eingerichtet. Die Gesamtkosten liegen bei 1,06 Millionen Euro, wovon die Ortsgemeinde etwa 600 000 Euro zu schultern hat (siehe Extra).
Viele Elemente der historischen Fassade bleiben laut Rauber erhalten, eine Auflage der Landesdenkmalpflege. Aus "fördertechnischen Gründen" werde der Umbau zeitlich gestreckt auf zwei Bauabschnitte, die aber nahtlos ineinander übergehen sollen. "Es wird keinen Stillstand auf der Baustelle geben", verspricht Rauber. Losgehen soll es nach den Sommerferien - wegen des schlechten Zustands des Dachs. "Da herrscht Handlungsbedarf. Deshalb kriegen wir die Erlaubnis für einen vorzeitigen Baubeginn", sagt Rauber. Eine Einweihung sei schon im Herbst 2017 denkbar, spätestens im Sommer 2018.
Der Schulumbau soll der Auftakt für weitere Projekte sein, die man gemeinsam mit den Bürgern erarbeiten will. Diesen Prozess wird das Kanzemer Büro von Rosa Vollmuth per Dorfmoderation begleiten. Für Ende September ist die erste Infoveranstaltung für Bürger geplant. "Ich hoffe, dass viele unser Dorf mitgestalten wollen", sagt Rauber. Ihm schwebe ein "neuer Dorfmittelpunkt" vor, mit der umgebauten Schule als "Herzstück".Extra

Der Umbau der ehemaligen Schule in Waldweiler wird insgesamt rund 1,06 Millionen Euro kosten. 373 000 Euro steuert das Land im Rahmen der Dorferneuerung bei. Jeweils 10 000 Euro fließen von der Landesdenkmalpflege und der Stiftung Zukunft des Landkreises Trier-Saarburg. Die verbleibenden rund 600 000 Euro wird die Ortsgemeinde Waldweiler laut Ortsbürgermeister Manfred Rauber über "günstige Kredite" finanzieren, die eine Laufzeit von 30 Jahren haben. In diesem Zeitraum kalkuliere die Ortsgemeinde mit Mieteinnahmen durch die drei Wohnungen zwischen 450 000 und 500 000 Euro. cweb