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In Zukunft barfuß durch den Wald

In Zukunft barfuß durch den Wald

Wenn Ihnen bei einem Ihrer nächsten Spaziergänge im Saarburger Kammerforst barfüßige Menschen begegnen, sollten Sie sich nicht wundern. Die wissen sehr wohl, was sie tun, und kommen mit hoher Wahrscheinlichkeit vom neu angelegten Barfußpfad. Am kommenden Sonntag wird er eingeweiht.

Saarburg. Vor vier Jahren hat das Forstamt Saarburg gemeinsam mit der Stadt das "Projekt Kammerforst" gestartet. "Es geht darum, den Kammerforst als Naherholungsgebiet aufzuwerten und für Einwohner wie Touristen einen zusätzlichen Anreiz zu schaffen", erläutert Forstamtsleiter Helmut Lieser. Einen umfangreichen Katalog arbeitet das Forstamt seitdem - auch mit Hilfe vieler ehrenamtlich Aktiver - ab.

So ist in Privat-Initiative das Försterdenkmal an der Königstraße renoviert worden. Es folgten unter anderem die Sanierung des Salzbrünnchens und ein neues Wassertretbecken. Lieser: "Ein weiteres Ergebnis der Arbeitsgruppe sind die Führungen durch den Forst, die mein Kollege Helmut Steuer anbietet."

Von dem neuen Barfußpfad, den das Forstamt oberhalb des Jugendzeltplatzes über 1,2 Kilometer mitten durch den Wald angelegt hat, versprechen sich Helmut Lieser und Helmut Steuer, Produktleiter für Walderlebnis beim Forstamt Saarburg, sehr viel: "Das ist der erste Barfußpfad innerhalb der Verbandsgemeinden Konz und Saarburg und für die Region ein bedeutendes Projekt", so Lieser. "Mit dem Barfußpfad lassen sich die Aspekte Gesundheit, Natur, Erholung und Spaß unter einen Hut bringen, und das kommt bei den Menschen gut an", ist Steuer überzeugt.

Den Pfad in Schillingen, der 2003 angelegt worden ist, nutzten jede Woche Hunderte Menschen. Anfang und Ende des Pfades ist an einem eingelassenen Fußwaschbecken im Taleinschnitt des Mollersbaches. "Dort können die Waldbesucher ihre Schuhe in einem Regal abstellen, den Weg zunächst entlang des Bachlaufs und dann durch den wunderschönen Douglasien- und Eichenwald aufnehmen", beschreibt Lieser.

Neben dem Gang über den natürlichen, frei geharkten Waldboden machen vor allem die zahlreichen Abschnitte mit den verschiedenen Substraten den Reiz am Barfußpfad aus. So laufen die Spaziergänger über Hackschnitzel, Rindenmulch, Kies, Pilze, Splitt und Schlamm. "Gerade der Schlamm fühlt sich an den Füßen super an", verspricht Helmut Steuer.

Eine halbe bis dreiviertel Stunde brauche man, um gemütlich die 1,2 Kilometer durch den Wald zu spazieren. "Das Gefühl nach dem Spaziergang ist einzigartig. Die Füße fühlen sich leicht und unglaublich angenehm an", schwärmt Steuer.

Begeistert sind Steuer und Lieser auch davon, wie der Pfad zustande gekommen ist. "Normalerweise kostet so etwas bis zu 50 000 Euro. Bei uns belaufen sich die Kosten auf etwa 12 000 Euro, wobei der Waldbauverein noch einen Teil übernimmt", sagt Lieser. Das vergleichsweise günstige Ergebnis rühre daher, dass in Saarburg nur Material-, keine Lohnkosten angefallen seien.

"Wir hatten Glück, dass wir mit Norbert Faha, einem Forstwirt, der im Rahmen einer Weiterbildung ein mehrmonatiges Praktikum bei uns gemacht hat, die Bau-Aufsicht hatten."

Angelegt habe der Bürgerservice den Pfad. Große Unterhaltungskosten seien nicht zu erwarten. "Der Pfad muss ein- bis zweimal in der Woche abgelaufen und von Blättern und Sonstigem befreit werden. Gelegentlich wird man die Substrate nachfüllen müssen, das ist schon alles."

Hundebesitzer müssen übrigens auf dem Barfußpfad auf ihren Vierbeiner verzichten. Helmut Lieser: "Hunde dürfen nicht mitgenommen werden - wegen der Tretminen."

Interessierte sind zur Einweihung am Sonntag, 24. August, an die untere Mollersbachwiese an der Königstraße eingeladen. Nach dem Waldgottesdienst um 10.30 Uhr wird Pastor Peter Leick den Pfad gegen 12 Uhr segnen. Anschließend bietet das Hofgut Serrig ein Mittagessen - und natürlich darf der Pfad kostenfrei erkundet werden.