Inferno auf dem Bauernhof

Mit rund 200 Einsatzkräften von Feuerwehr und Rotem Kreuz ist auf einem landwirtschaftlichen Anwesen der Ernstfall geprobt worden. Beim Retten von Menschenleben, der Brandbekämpfung und der Versorgung von Verletzten war die reibungslose Zusammenarbeit aller Retter gefordert.

Benratherhof. Es wäre der Alptraum von Landwirt Jürgen Moßmann: Auf seinem Hof haben spielende Kinder in der Scheune ein Feuer verursacht. Sechs Kinder werden vermisst. Das Feuer bedroht das Wohnhaus. Gaffer verursachen auch noch einen Verkehrsunfall.

"Wir haben unseren Hof gerne für eine Feuerwehrübung zur Verfügung gestellt. Wenn es wirklich mal ernst ist, kennen sich die Wehrleute hier aus und sparen wertvolle Zeit", davon ist Moßmann überzeugt. An einen Ernstfall mag er gar nicht denken, angesichts dessen, was auf dem Bauernhof alles leicht brennbar ist und seine Zuchtsauen und Kühe sofort in Panik geraten würden.

Michael Marquardt, Stellvertretender Wehrführer von Paschel und selbst Landwirt, hat sich das Szenario mit Wehrführer Michael Jücker und Wehrleiter Bruno Merten ausgedacht. "Das ist alles sehr realistisch hier. Auf einem Hof kann die Gefahrensituation schnell eskalieren", weiß der Fachmann.

Binnen weniger Minuten waren 200 Retter zur Stelle, aber ohne zu wissen, was auf sie zukommt. Die vermissten Kinder waren gut versteckt und nicht so leicht zu bergen.

Zudem sahen die "Verletzungen" dank der Schminkarbeit von Laura Weichenhain, Romina Ayl und Marie Bäumer vom Roten Kreuz richtig echt aus. Das DRK baute seine Station in einer Garage auf.

Der schnelle Aufbau einer Wasserversorgung, der Atemschutz, technische Hilfe bei einem Unfall, diese Übung hatte viele Facetten und am Schluss einen zufriedenen Wehrleiter Bruno Merten: "Es hat alles gut geklappt, ohne gravierende Fehler." Die das ganze Jahr über gepflegte Kameradschaft betrachtet Verbandsgemeindebürgermeister Werner Angsten neben guter Ausbildung und Ausrüstung als ein wichtiges Kriterium für die reibungslose Zusammenarbeit im Ernstfall. Das habe sich bei vielen Einsätzen gezeigt. "Das Ehrenamt Feuerwehrmann ist eine unverzichtbare Grundlage der Daseinsvorsorge in einem funktionierenden Gemeinwesen", lobte Angsten.

Extra Beförderungen, Aufnahme in die Aktivenwehr und Auszeichnungen. Nach der Jahresabschlussübung werden traditionell neue Mitglieder in die Wehr aufgenommen, Beförderungen und Auszeichnungen ausgesprochen. Zum Löschmeister wurde Thorsten Biwer, zum Oberfeuerwehrmann Bastian Jüngling, beide aus Kell, sowie Wolfgang Kebig aus Paschel ernannt. Dirk Thommes aus Schillingen wurde Hauptbrandmeister. In den aktiven Dienst wurden Christoph Müller, Matthias und Tobias Anell, alle aus Schillingen, übernommen. Johannes Hares, Florian Blaes, Manuel Mai und Martin Ternes aus Schillingen verstärken weiter die Truppe der Brandbekämpfer. Für 25 Jahre aktiven Dienst in der Wehr wurden Alfed Lauer und Andreas Rossler aus Hentern sowie Thomas Justinger aus Zerf und Wolfgang Kebig aus Paschel mit dem silbernen Feuerwehr-Ehrenzeichen des Landes ausgezeichnet.