Initiative: Giftmülldeponie in Nonnweiler ist gestorben

Initiative: Giftmülldeponie in Nonnweiler ist gestorben

Jubel bei der Bürgerinitiative für eine lebenswerte Gemeinde Nonnweiler: Sie ist überzeugt, dass es keine Deponie im Ortsteil Mariahütte geben wird. Das geht aus einem Schreiben der Saar-Umweltministerin hervor.

St. Wendel. Das wäre "ein Eingriff in die Ökologie ohnegleichen" gewesen. Eine "Katastrophe für den Tourismus, für die Menschen hier, für die Lebensmittelbranche wie Pizza Wagner, für Bostalsee und Talsperre". Doch der "lange und intensive Kampf" der Bürgerinitiative für eine lebenswerte Gemeinde Nonnweiler.(BIN) gegen eine geplante Mülldeponie in Mariahütte habe sich gelohnt. BIN-Vorsitzender Dieter Emmerich sprüht förmlich vor Freude über den Brief der saarländischen Umweltministerin Simone Peter (Grüne). Demzufolge habe sich ein möglicher Investor, der am Standort des Tontagebaus ein Sondermülllager errichten will, bis zum Fristende im Oktober nicht gemeldet. Bis zuletzt bangten die Gegner. Denn laut Emmerich hätte ein formloses Schreiben genügt, um die Frist zu verlängern. "Damit ist die Giftmülldeponie vom Tisch", verkündete gestern der Bürgerinitiativen-Chef.
Das bestätigte auch Sabine Schorr. Die Pressesprecherin im Saarbrücker Ministerium: Sollte sich doch noch ein Interessent finden, müsse es ein "ganz neues Raumordnungsverfahren" geben. Die Bedingungen für eine Deponie seien "womöglich heute neue". Das Verfahren könne sich an die zwei Jahre hinziehen.
Zum Hintergrund: 2006 stellte die damalige Gesellschaft Hofgut Peterberg Mariahütte den Antrag, nach Ende des Tonabbaus die Grube mit Abfällen zu füllen. Gegner befürchteten, dass es sich dabei um stark belastete Stoffe handeln könnte. Emmerich: "Das wäre eine Gefahr für das Grundwasser und für die Luft geworden."
Denn seinen Angaben zufolge müsse der Betreiber lediglich sicherstellen, dass die Müllgefäße 30 Jahre dicht bleiben. Der BIN-Vertreter: "Aber viele Giftstoffe blieben länger als 100 Jahre giftig."
Gegen die Deponiepläne formierte sich erbitterter Widerstand. Tausende Unterschriften kamen zusammen. Menschen aus dem gesamten Hochwald wehrten sich (der TV berichtete). Heute hat die Bürgerinitiative nach eigenen Angaben rund 590 Mitglieder - überwiegend aus Nonnweiler, Wadern und Hermeskeil, aber auch aus Schweden, sagte Emmerich. Ein Investor hätte in den vergangenen fünf Jahren einen Antrag stellen oder mit dem Deponiebau beginnen müssen. Die Frist verstrich.
Mit Blick auf die nun touristische Ausrichtung der Region sei das Projekt gestorben.

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