Innenleben in aufgetürmter Farbe

Innenleben in aufgetürmter Farbe

KONZ. (er) "Paisaje interior" – die blühenden Landschaften seines Innenlebens breitet der spanische Maler David de Ubaldis in der Konzer Galerie Kloster Karthaus aus. Die Ausstellung eröffnete Bürgermeister und Hausherr Winfried Manns.

Im ärmellosen Hemd sieht er auf dem Katalogtitel fast aus wie Picasso. Mit seinem berühmten Landsmann und Kollegen hat David de Ubaldis auf jeden Fall die Sinnesfreude gemein. "Glück und Liebe treiben mich an", sagt der kleine Mann, der wie ein Energiebündel wirkt. Was ihm sogleich aufs Wort glaubt, wer seine Bilder im Kloster Karthaus sieht. Mit nordlichtender Grübelei oder gar depressiven Selbstzweifeln hat der spanische Maler jedenfalls nichts zu tun. Ein südliches sprühendes Feuerwerk an Farben hat de Ubaldis an den weißen Klosterwänden ausgebreitet. "Innere Landschaften" ("Paisaje interior") nennt er seine paradiesische Bilderfolge. In der grünt und blüht es wie im Garten Eden. Da singen und klingen die Farben nach Herzenslust um die Wette, da lodern die Gefühle, da glüht die Sehnsucht rot und heiß. Keine Frage: Das ist der Garten, in dem (um es mit einem Titel von de Ubaldis spanischem Dichterkollegen Federico García Lorca zu sagen) Don Perlimplín hätte Belisa lieben können. "Den Expressionisten fühle ich mich besonders verbunden", bekennt der 52-jährige Künstler aus Madrid, dessen Vater auch schon Maler war. Expressiv und mit geradezu kindlicher Lust malt der bekennende Madrilene aus sich heraus, was in ihm ist, spachtelt und türmt die Farben seines Innenlebens übereinander und verdichtet sie zu großen Farbszenarien. Keine Frage: Alles muss raus. Freilich: De Ubaldis innere Überfülle verlangt nach großen Formaten. Entbehrlich wären in der Konzer Schau die kleinen Formate gewesen. Trotz Farbe bleiben sie völlig farblos. Viel Klangfarbe gab es auch anderswo: Mit südlichem Belcanto und jeder Menge Inbrunst erfreute Norbert Kleinhenn - flott begleitet am Piano von Klauspeter Bungert - die zahlreich erschienenen Vernissage-Gäste. Eingeführt hatte in die Schau Berthold Schmitt. Bis 13. November, Öffnungszeiten: Dienstag bis Freitag jeweils 15 bis 18 Uhr, Samstag/Sonntag jeweils 13 bis 17 Uhr, Galerie Kloster Karthaus, Brunostraße 23a, 54329 Konz.

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