Insel der Glückseligen

WELSCHBILLIG-HELENENBERG. Eine zufrieden stellende Bilanz des Jahres 2005 und Kritik an einer drohenden Auflösung der Verbandsgemeinden standen im Zentrum des Neujahrsempfangs der Verbandsgemeinde (VG) Trier-Land. Er fand statt in der Jugendhilfeeinrichtung Don Bosco auf dem Helenenberg.

Mit der Wahl des Veranstaltungsortes für ihren Neujahrsempfang setzte die VG Trier-Land, wie schon im Vorjahr, einen besonderen Akzent. Um auf die Bedeutung der sozialen Einrichtungen in Trier-Land aufmerksam zu machen, hatte sie in das Jugendhilfezentrum auf dem Helenenberg eingeladen, das auch einer der größten Arbeitgeber in der VG ist. Bürgermeister Reiland sowie die Gastgeber Pater Steenken und Heimleiterin Sieglinde Schmitz begrüßten dort zahlreiche politische Mandatsträger, auch aus Luxemburg, Vertreter von Hilfs- und Rettungsorganisationen, Landes- und Bundesbehörden, Verwaltungen, Schulen sowie verdiente Ehrenamtliche aus den Gemeinden. Erfolgsmarken und Gestaltungsspielraum

Landrat Günther Schartz würdigte die VG als "Insel der Glückseligen", die mit der zweitniedrigsten Umlage im Kreis Trier-Saarburg über günstige Rahmenbedingungen verfüge. Damit griff er einen der Punkte auf, die Wolfgang Reiland mit Rückblick auf das Jahr 2005 als Erfolg verbuchte. Bei einem ausgeglichenen Haushalt habe die Umlage um 2,5 Prozent auf 37,5 Prozent gesenkt werden können, was Trier-Land für 2006 Gestaltungsspielraum und sogar einen Schuldenabbau von voraussichtlich 105 000 Euro ermögliche. Als weitere Erfolgsmarken nannte er 2005 abgeschlossene und eingeleitete Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur, zum Beispiel die Erweiterung des Bürgerhauses in Aach, die neue Gruppenkläranlage in Kordel, den Nordic-Walking-Parcours in Rodt, besonders das Projekt Hochwasserschutz in Kordel. Noch fehlten verbindliche Aussagen für von der VG angestrebte ähnliche Vorhaben in Igel und den Sauergemeinden, der erste Lichtblick sei ein Konzept der Wasserwirtschaftsverwaltung für Ralingen. Schwerpunkt des Haushaltsplans 2006 seien Schul- und Feuerwehrwesen sowie ein zwölf Millionen Euro schweres Investitionspaket des Verbandsgemeindewerks, das dringend erforderliche Maßnahmen wie die Erweiterung der Kläranlage Trierweiler beinhalte. Dabei sollten weiterhin Kooperationspotenziale und Auslagerung von Leistungen genutzt werden, die schon in der Vergangenheit zur Kosteneffizienz beigetragen hatten. Festhalten an Selbstbestimmung

Kritik äußerte Reiland an der Idee einer Auflösung der Verbandsgemeinden. Ziel dieser als Verwaltungsreform getarnten Maßnahme sei es, die in der Verfassung verankerten Selbstbestimmungsrechte der Gemeinden zu schwächen. Folge sei eine Verschlechterung der Situation im ländlichen Raum, da auch Voraussetzungen für ehrenamtliches Engagement stark eingeschränkt würden. Eine Auffassung, die auch die Vertreter der Parteien im VG-Rat, Herbert Feltes (CDU), Irmgard Fürst (SPD), Michael Holstein (Freie Bürgerliste), Jürgen Cordie (Freie Wählergruppe) und Heide von Schütz (Grüne) teilten. Nach den teils mahnenden Worten stand noch viel Erfreuliches auf dem Empfangs-Programm: Dank an die mit großem Engagement tätigen Ehrenamtlichen der VG, ein interessanter Einblick in die Arbeit des Jugendhilfezentrums von Seiten der Heimleiterin sowie ein hochkarätiges musikalisches Rahmenprogramm. Die vier Schlagzeuger und Jugend-musiziert-Preisträger Jörg Zeimetz, Max Klein, Markus Hellenbrand und Tobias Gelnhausen vom Musikverein Welschbillig sorgten mit Auszügen aus dem Wohltemperierten Klavier, dem Säbeltanz sowie Marsch- und Bluesmusik, intoniert auf Schlaginstrumenten, für Furore. Zum Schluss gab es noch Ehrungen für besondere sportliche Leistungen. Sie gingen an Julia Aschinger aus Aach, Adelheid Schneider aus Ralingen, Josef Schmitz aus Ralingen und Siegfried Reichart aus Igel.