Inspiriert von einem gesegneten Leben

Inspiriert von einem gesegneten Leben

Ein Vortrag zur franziskanischen Spiritualität führte mehr als 70 Menschen nach Hermeskeil, wo sie des vor 30 Jahren gestorbenen Paters Matthias Utters gedachten.

Hermeskeil. Michele Schiafone reiste extra aus Freiburg an, Matthias Rettig aus Trier. Beide wuchsen in Hermeskeil auf und kannten den Franziskanerpater Matthias Utters. Für Schiafone repräsentiert er "das franziskanische Denken und Leben", zu dem er viele angeregt habe. Für Rettig steht fest: "Der franziskanische Geist hat Hermeskeil geprägt" und er trage auch die Handschrift des Paters. Beide sagen das unter dem Eindruck des Referates von Herbert Schneider, der seinen Mitbruder Matthias von Kindheit an kannte. Er und Utters stammen aus Dockweiler/Eifel - ebenso wie Johannes Jaax, Wittlicher Dechant, der den anschließenden Gottesdienst im Franziskanerkloster zelebrierte.
Schneider zeichnete das Bild eines Menschen, der umso heiterer wurde, je mehr ihn schwere Krankheiten einschränkten. In seinem Leiden habe er sich Jesus nahe gefühlt, sieht er das als Kern dieses "gesegneten Lebens". Pater Matthias starb 1986 mit 52 Jahren. Mehrere Jahre war er blind und infolge einer Krebserkrankung war ihm der linke Arm amputiert worden. Sein Gleichmut und seine Freundlichkeit beeindruckten daher nur umso mehr. So trug er wesentlich bei zum lebendigen franziskanischen Geist.
Für Dorothee Anhuth bedeutet er die Akzeptanz aller Menschen, was die Franziskaner verinnerlicht hätten. Daher sei das Kloster auch so vielen Menschen Heimat, was mit der Schließung Ende Oktober (der TV berichtete) verloren gehe, befürchtet sie: "Das ist wie eine Zerreißprobe und tut richtig weh." Auch Christel Adams aus Koblenz hofft, dass der franziskanische Geist weiter lebt. Sie sei fassungslos, dass ihr Bruder Matthias 30 Jahre nach seinem Tod so viele Menschen zusammengebracht habe. Hermeskeiler wie Maria Nickels, die die franziskanische "Einfachheit und die Gemeinschaft" schätzen, wollen sich dafür einsetzen. So etwa als Mitglied des Kloster-Fördervereins. "Ich stehe da 100 Prozent dahinter", versichert die im Klosterchor singende Pia Sloykowski.
Gastgeber war das St. Josef-Krankenhaus, das seit Juli auch ohne Waldbreitbacher Franziskanerinnen auskommen muss. Krankenhausoberin Annette Münster-Weber hatte das bewogen, zu der vom Klosterensemble musikalisch umrahmten Veranstaltung einzuladen. urs

Mehr von Volksfreund