Internes Dokument vom Kassenchef

Ein internes Dokument stammt vom obersten Kassenchef ("l'état-major"), ist datiert auf den 4. Februar 2008 und zählt 30 Garnisonen auf, die bis 2012 geschlossen werden - das berichtet die linksliberale französische Tageszeitung "Libération". Saarburg steht auf der Liste.

Saarburg. Noch sei es kein offizieller Beschluss, räumt die in Paris herausgegebene "Libération" ein. Das Arbeitspapier ("document de travail") zeichne allerdings ein deutliches Bild der zukünftigen Entwicklung der "armée de terre", betont die Autorin Jean-Dominique Merchet.Die Sorgen um diese Entwicklung sorgen schon seit einiger Zeit für Diskussionen in Berlin. "Ich habe einige Hinweise bezüglich der Zukunft des 16. Jägerbataillons der französische Armee in Saarburg erhalten", schrieb der CDU-Bundestagsabgeordnete Bernhard Kaster an Bundesverteidigungsminister Franz Josef Jung. "Demzufolge sollen im Zuge geplanter Umstrukturierungen der französischen Streitkräfte auch Überlegungen existieren, diesen Standort aufzulösen." Das "16ème" sitzt mit 1200 Soldaten und 800 Angehörigen seit 1968 in Saarburg.Minister soll sich für Standort einsetzen

Kaster bat Jung, "auch Ihrerseits bei unseren Partnern in Frankreich auf einen Erhalt des Standortes hinzuwirken". Die Garnison sei längst zu einem Teil von Stadt und Region geworden.Der Verteidigungsminister antwortet vorsichtig. "Die französischen Streitkräfte führen derzeit eine Überprüfung sämtlicher Liegenschaften durch." In diesem Zusammenhang werde auch Saarburg erfasst. "Bisher gibt es jedoch keine Hinweise auf eine Reduzierung oder Schließung des Standortes." Diese Worte fielen vor sieben Monaten.Als "Libération" über das interne Militär-Dokument berichtete, brannte es in Saarburg ebenso wie in Berlin. "Ich möchte Sie, sehr geehrter Herr Minister, herzlich bitten, im Sinne einer Erhaltung des Standortes Saarburg zu intervenieren", schrieb Kaster vor einer Woche an Jung. Inzwischen stehe fest, dass das 16. Jägerbataillon aus Saarburg abgezogen werde, so der Bundestagsabgeordnete. Kaster bezieht sich auch auf ein Gespräch mit einem "Oberstleutnant Busch aus Ihrem Ministerium". Von diesem stamme die Information, die französische Regierung wolle heute eine offizielle Stellungnahme abgeben.