Investor abgesprungen: Gemeinderat Freudenburg beschließt, ehemalige Gaststätte Thielmann zu verkaufen

Investor abgesprungen: Gemeinderat Freudenburg beschließt, ehemalige Gaststätte Thielmann zu verkaufen

Die Gemeinde Freudenburg sucht einen Käufer für die ehemalige Gaststätte Thielmann. Der bisherige Interessent will die Ruine nicht länger erwerben, da die Sanierungskosten bei geschätzt zwei Millionen Euro liegen. Damit liegen sie fast dreifach so hoch wie zunächst veranschlagt.

Viele Denkmäler in Freudenburg erinnern an bessere Zeiten der einst vom Trierer Kurfürsten zur Stadt erhobenen Kommune. Leider ist vom einstigen Glanz der nahe dem Eiderberg gelegenen Gemeinde nur noch wenig zu sehen. Und so ist eines der wichtigsten Anliegen von Bernd Gödert, Häuser, Mauern und Straßenzüge zu sanieren. Bis aber die alten Gemäuer wieder etwas hermachen, muss noch viel Geld investiert werden.

Dies wurde jüngst auch in der Sitzung des Gemeinderats deutlich. Das Gremium erteilte Aufträge im Wert von knapp 138.000 Euro für die Sanierung der historischen Stadtmauer (Mauersanierung für 117.000 Euro an die Firma Intec aus Sehlem, Landkreis Bernkastel-Wittlich, 8000 Euro für Gerüstbauarbeiten an die Firma Trappen, Trier, und 12.000 Euro für Dachdeckerarbeiten an die Firma Johannes Maas aus Freudenburg). Die Sanierung der Stadtmauer ist Teil des vom Land geförderten Dorfplatzausbaus.

Sorgen bereitet den Mitgliedern des Gemeinderats hingegen die ehemalige Gaststätte Thielmann neben dem Stadttor in der Burgstraße. Das Gebäude aus dem letzten Drittel des 18. Jahrhunderts mit Mansardendach steht unter Denkmalschutz und gehört der Gemeinde. Anfang des Jahres sah es danach aus, als ob Gödert einen Investor gefunden hätte. Daraus wurde jedoch nichts. "Wir hatten die Sanierungskosten auf rund 700.000 Euro geschätzt", sagt der Ortsbürgermeister im TV-Gespräch. Tatsächlich liegen diese laut einer ersten Kostenschätzung eines Architekten aber bei rund zwei Millionen Euro. "Da ist uns dann der Investor abgesprungen", sagt Gödert weiter.

In der jüngsten Sitzung des Gemeinderats griff Stefanie Zehren, Sprecherin der SPD-Fraktion, das Thema auf. Sie fordert, dass die Gemeinde zunächst versuchen solle, die Ruine freihändig zu verkaufen. Zehren: "Erst wenn sich hier nichts bewegt, sollten wir ein eigenes Nutzungskonzept erstellen." Diesem Vorschlag stimmen auch die beiden übrigen Fraktionen im Gemeinderat zu.

Der Käufer des Gebäudes Thielmann bekommt von der Verbandsgemeinde Saarburg aus dem Dorferneuerungsprogramm Fördermittel aus EU-Töpfen und kann Steuern sparen, vorausgesetzt er wird in der Bundesrepublik Deutschland besteuert. Damit diese Programme greifen, hat Freudenburg vor drei Jahren im Ortskern ein Sanierungsgebiet ausgewiesen. Dieses ist nun um einige Häuser in der Mettlacher Straße erweitert worden. Die Analyse durch ein Planungsbüro hatte damals nur einen geringen Sanierungsbedarf gesehen. Doch die Eigentümer hätten laut Verwaltung dargelegt, dass die Gebäude dringend - vor allem im Inneren - erneuert werden müssen.

Bis all diese Sanierungsschritte und noch weitere greifen, dürfte es noch eine ganze Weile dauern. Bis dahin haben der Gemeinderat und zahlreiche Behörden noch etliche Hausaufgaben zu machen. Aber am Ende könnte sich der Ort in eine Perle verwandeln, die es auch für Touristen interessant macht, ihn zu besuchen.Extra

Der Gemeinderat Freudenburg hat die Grundsteuer B in der jüngsten Gemeinderatssitzung von 390 auf 400 Prozentpunkte angehoben. Dadurch erzielt die Kommune jährlich Mehreinnahmen von knapp 4500 Euro. Insgesamt fließen so 120 000 Euro aus der Grundsteuer B in den Freudenburger Haushalt. itz

Mehr von Volksfreund