Investoren planen ohne Temmels

Temmels/Tawern · Die Investoren für das Golfparkprojekt auf dem Fellericher Plateau wollen bei der Kreisverwaltung ein alternatives Planungsverfahren beantragen, das das Mitspracherecht der Gemeinde Temmels einschränkt. Ortsbürgermeister Joachim Mimler pocht weiter auf die Planungshoheit seiner Gemeinde.

. (cmk) Der Streit um das 300-Millionen-Euro-Projekt zwischen Temmels und Tawern, wo 300 Wohneinheiten, ein 27-Loch-Golfplatz und ein Fünf-Sterne-Hotel entstehen sollen, geht in die nächste Runde. Während die Gemeinde Tawern die Planungen weitertreibt und kurz vor der Offenlegung der Pläne steht, hat die SPD-Mehrheit im Temmelser Rat noch Bedenken. Die belgisch-luxemburgischen Golfparkinvestoren haben daher angekündigt, für die geplante 18-Loch-Golfanlage auf Temmelser Gebiet ein Genehmigungsverfahren bei der Kreisverwaltung Trier-Saarburg zu beantragen. Laut der ist bisher noch kein Antrag eingegangen. Aber Curt Jeromin, der Anwalt der Investoren, hat angekündigt, dass das Formular am 24. September vorliegen soll. Stimmt die Verwaltung dem Antrag zu, könnte das Projekt aus Sicht der Investoren ohne die Beteiligung der Gemeinde Temmels fortgesetzt werden. Die Kreisverwaltung will sich dazu noch nicht äußern.

"Unser Ziel, das Projekt mit beiden Gemeinden durchzuführen wurde bisher von Temmels verhindert. Deshalb findet die Umsetzung des Projektes in Temmels nun auf einem zweiten Wege statt", sagt der luxemburgische Bauunternehmer Antoine Feidt, einer der Investoren. Diese werfen Temmels vor, sich nicht an die Vorgaben des Projektentwicklungsvertrags und des Flächennutzungsplans zu halten. Deshalb bemühen sie das Planungsverfahren, in dem das fehlende Einvernehmen durch Beschluss ersetzt wird. Unabhängig davon habe Temmels weiterhin die Möglichkeit, sich wieder auf den gemeinsamen Weg der Projektumsetzung zu begeben.

Den Hoffnungen der Investoren verpasst der Temmelser Ortsbürgermeister Joachim Mimler einen Dämpfer: "Es gibt keine Chance auf einen Golfpark ohne die Zustimmung des Rats." Die SPD-Mehrheit ist gegen die Pläne. Sie rechnet mit mehr Lärm, Verkehr und Problemen bei der Bewässerung des Platzes. Weder das Lärm- und Verkehrsgutachten, das die Investoren vorgelegt haben, noch die Pläne für die Bewässerung haben die SPD-Ratsmitglieder umgestimmt. Ihre Bedenken hat die Gemeinde laut Mimler vor Ablauf der Fristendeutlich klargemacht. "Es ist Aufgabe der Investoren, die Probleme aus der Welt zu schaffen und nicht der Gemeinde", sagt er.

Meinung

Säbelrasseln auf dem Plateau

Die Golfpark investoren werden offensiver. Das Genehmigungsverfahren, das sie bemühen wollen, ist nicht nur ein Alternativverfahren, sondern gleichzeitig auch eine Drohung an die Gemeinde Temmels: "Entweder ihr beteiligt Euch jetzt konstruktiv, oder Ihr seid raus", lautet die Botschaft. Ob hinter diesem Antrag mehr als Säbelrasseln steckt, entscheidet sich erst in den nächsten Wochen. Im Moment zeigen sich beide Seiten in diesem juristisch verworrenen Verfahren siegesgewiss. Die Gemeinde glaubt sich genauso im Recht wie die Investoren. Die Genehmigungsbehörde hat jetzt die Aufgabe, unabhängig zu entscheiden, was gesetzeskonform ist. Abgeschlossen ist der Rechtsstreit jedenfalls lange noch nicht. Aber bald beginnt die nächste Runde. c.kremer@volksfreund.de

Extra Infotag: Die Investoren der Golf Development Tawern-Fellerich GmbH stellen ihr Projekt am 19. September vor Ort bei einem Infotag vor. Ab 13 Uhr können sich Bürger ein Bild von dem Wohn- und Golfparkprojekt machen.

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