Kommunales : Irsch kann weiter wachsen

Ortsgemeinderat bringt Erschließung des Baugebietes einer Bauherrengemeinschaft auf den Weg, kämpft mit massiven Waldschäden und fordert weiter Abschaffung der Straßenausbaubeiträge.

„Jetzt bin ich seit 25 Jahren für Irsch zuständig, aber noch nie hatte ich so schlechte Nachrichten für den Ortsgemeinderat“, bedauert Revierförster Stefan Riss die Auswirkungen zweier extrem heißer Sommer. „Egal wie viel es jetzt gerade regnet, das reicht gerade für fünf Zentimeter. Darunter ist der Waldboden staubtrocken“, erklärt er das Problem, das vor allem die Fichten betrifft und reicht ein Glas mit kleinen Krabbeltieren herum: „Das sind original Irscher Borkenkäfer.“

Und die sind quicklebendig. „Die Situation kann nicht mehr kontrolliert werden. Wir können nur noch reagieren“, bedauert der Forstmann. Die Schadensbegrenzung sieht so aus: 3000 Festmeter Fichte, statt der 820 im Plan empfohlenen, sind bereits gefällt. 2000 Festmeter werden noch folgen. Das ist die Nachhaltigkeit von sechs Jahren. Die Käfer werden darüber hinaus chemisch bekämpft.

Die Holzpreise sind bereits halbiert, Tendenz fallend. Die Wiederaufforstung wird dem gegenüber 86000 Euro kosten. Den finanziellen Schaden für Irsch sieht Riss bei bis zu 200000 Euro. Jetzt wird auf Naturverjüngung mit verschiedenen Baumarten gesetzt, damit es nicht noch teurer und verlustreicher wird.

Bessere Nachrichten hat Edgar Mohsmann vom Planungsbüro Paulus & Partner in Wadern für den Serriger Rat. Einen Monat lang waren die Pläne der Bauherrengemeinschaft Jäbenflur in der Verbandsgemeindeverwaltung Saarburg einzusehen. Die Träger öffentlicher Belange konnten Stellung zu dem Vorhaben beziehen. Die beiden wichtigsten Auflagen sind, dass Fachfirmen die Grundstücke nach Kampfmitteln aus dem Zweiten Weltkrieg absuchen müssen, denn Irsch war Kampfgebiet und archäologische Funde sofort dem Landesdenkmalamt gemeldet werden müssen, damit diese gesichert werden können.

Der Bebauungsplan wurde als Satzung beschlossen, ebenso der Erschließungsvertrag mit der Bauherrengesellschaft, die das Gebiet am Ende des Serriger Weges für geschätzte 530000 Euro selbst erschließen wollen. Die Unterhaltung geht später auf die Ortsgemeinde über. Jetzt kann mit der Erschließung begonnen werden. Planer Edgar Mohsmann ist sicher: „Im nächsten Sommer sind wir fertig.“ Danach kann gebaut werden.

Jetzt sind wieder alle Baustellen belegt. Der Rat will sich Gedanken darüber mache, wo denn noch Bauland erschlossen werden kann, Baulücken geschlossen oder Leerstände gefüllt werden können.

Ein Thema, das ebenfalls auf den Nägeln brennt: Viele Ortsgemeinden haben Resolutionen zur Abschaffung der Straßenausbaubeiträge beschlossen. Diese wurden bei der Verbandsgemeinde Saarburg gesammelt, aber noch nicht nach Mainz geschickt. „Dafür können wir kein Verständnis aufbringen“, kritisiert Ortsbürgermeister Jürgen Haag. Weiter steht in Irsch die Frage im Raum, wie die Kosten für Anlieger gerecht zu verteilen sind. Wer schon gezahlt hat, wie in der Zerfer Straße, wäre nach der Abschaffung am härtesten betroffen. Haag fürchtet bei Einführung Wiederkehrender Beiträge Klagen von Anliegern des Serriger Weges und der Alten Mühle. Der Rat hat beschlossen, alles so zu lassen wie es ist, und irgendwann auf frohe Kunde aus Mainz zu hoffen.

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