Ist einer besser als zwei?

Sinnvoll oder nicht? In Konz führt Winfried Manns (CDU) die Geschicke der Stadt und der Verbandsgemeinde in einer Hand. Diese Personalunion soll auch nach der Bürgermeister-Wahl Anfang Juni beibehalten werden, finden CDU und SPD. Die Grünen möchten die Ämter trennen - wie es etwa in der Verbandsgemeinde Saarburg praktiziert wird.

Konz. Einer für beides: In der Verbandsgemeinde (VG) Konz hat der Chef der VG gleichzeitig den Vorsitz der Stadt inne. "Hier gab es noch nie etwas anderes als die Personalunion", sagt Winfried Manns, ehrenamtlicher Stadtbürgermeister und gleichzeitig hauptamtlicher Bürgermeister der VG. Das galt bis 1994 auch für die VG Saarburg. Dann wurden dort die Ämter getrennt. Anlass für den Kurswechsel in Saarburg war die Reform des kommunalen Wahlrechts: Beliefen sich zuvor die Wahlzeiten für beide Posten auf zehn Jahre, wird der VG-Chef seit 1994 auf acht, der ehrenamtliche Stadtbürgermeister nur auf fünf Jahre gewählt. In Saarburg vollzog man daraufhin die Trennung der beiden Ämter - auch wenn der Saarburger VG-Chef Leo Lauer der Personalunion durchaus Positives abgewinnen kann: "Es ist nachvollziehbar, dass es weniger Kommunikations-Schwierigkeiten zwischen Stadt und VG gibt, wenn beide Ämter in einer Person vereint sind." Kurze Wege zwischen VG und Stadt seien sicherlich vorteilhaft, sagt auch Angelika Günzel, Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Öffentliches Recht an der Uni Trier: "Allerdings bergen sie auch immer die Gefahr, dass es zu Interessenkonflikten kommt." Dennoch habe der Gesetzgeber die Personalunion in der Gemeindeordnung ausdrücklich zugelassen - Zeichen dafür, dass er dieses Problem als gering bewertet.Nichtsdestotrotz lehnen die Konzer Grünen die Personalunion ab: Ihre Kandidatin tritt nur für das Amt der VG-Chefin an, für die Stadt kandidiert sie nicht. Ihr Argument: Bei nur einem Bürgermeister für zwei Posten fehle eine zweite Person, die ihre gesamte Kraft in das Amt einbringen könne. Diese Auffassung teilen SPD und CDU offenbar nicht. Bürgermeister Winfried Manns sieht viele Vorteile - durch die Zusammenlegung der Ämter könne Konz Personal- und Sachkosten sparen. So erhalte er als ehrenamtlicher Stadtbürgermeister nur etwa 40 Prozent des für das Amt vorgesehenen Aufwendungsersatzes. Seiner Meinung nach ein weiteres Plus für die Personalunion: "Wenn der Bürgermeister der Stadt rund um die Uhr erreichbar sein will, braucht er mindestens eine Sekretärin." Eine Stelle, die in Konz eingespart wird, schließlich kann die für den hauptberuflichen VG-Chef eingestellte Sekretärin diese Aufgabe mit übernehmen. Und das ohne Nachteil für die Bürger, sagt Manns: "Meine Sekretärin hört auf dem Stadt-Ohr genauso gut wie auf dem VG-Ohr." Einen Interessenkonflikt sieht Manns in der Personalunion im Übrigen nicht: "Ich weiß sehr wohl, dass ich für ein vernünftiges Miteinander von Stadt und den Ortsgemeinden sorgen muss."Eines steht fest: Mit der Abgabe ihrer Stimme an der Wahlurne entscheiden die Konzer Anfang Juni auch über die Zukunft der Personalunion in Konz.