Jäger vertreibt Raubgräber am früheren Hermeskeiler Römerlager

Jäger vertreibt Raubgräber am früheren Hermeskeiler Römerlager

Einem aufmerksamen Jäger ist es zu verdanken, dass eine Gruppe von Raubgräbern den aktuellen archäologischen Forschungen am früheren Römerlager oberhalb von Hermeskeil keinen größeren Schaden zugefügt hat.

"In der Nacht zum Mittwoch hat sich dort offenbar eine Gruppe von Leuten verabredet, die mit Metalldetektoren die Ausgrabungsfläche absuchen wollte. Der Jäger hat sie bemerkt und vertrieben", berichtet Sabine Hornung am Freitag im Gespräch mit volksfreund.de. Die Leiterin des Archäologen-Teams der Uni Mainz nimmt diesen Vorfall zum Anlass, die Hermeskeiler Bevölkerung um Mithilfe und Wachsamkeit zu bitten. "Wenn jemand nachts im Bereich der Ausgrabungen etwas Verdächtiges beobachtet und Aktivitäten bemerkt, sollte er das bei der Polizei melden", so Hornung. Sie betont zudem, dass "dort oben keine Reichtümer liegen und nichts materiell Wertvolles zu finden ist". Der Fund von Eisenobjekten oder auch Keramikteile ist aber für die Arbeit der Archäologen bedeutsam. "Raubgräber könnten diese wissenschaftlichen Aussagen zerstören", betont Hornung.

Oberhalb von Hermeskeil wurde 2012 das bislang älteste römische Militärlager auf deutschem Boden entdeckt. Es wurde wahrscheinlich um 50 vor Christus - also zur Zeit des Gallischen Krieges unter Julius Cäsar - errichtet. Die neuen Grabungen, die bis Ende September laufen, sollen den Archäologen der Uni Mainz weitere Erkenntnisse über Datierung, Aussehen und Alltag im Römerlager liefern.