Jahr für Jahr ein Plus in Aussicht

Jahr für Jahr ein Plus in Aussicht

Mehr Douglasien, angemessene Wildbestände und eine verstärkte Naturverjüngung von Fichten lauten die Empfehlungen für den Reinsfelder Gemeindewald. Der Ortsgemeinderat hat diese Eckdaten des für zehn Jahre konzipierten Forsteinrichtungswerks einstimmig beschlossen.

Angeknabberte Jungpflanzen und ebenfalls von Wildtieren wie Hirschen oder Rehen verursachte Schälschäden sind das große Problem im Reinsfelder Gemeindewald. "Die Wildbestände sind für eine gedeihliche Forstwirtschaft zu hoch", stellte Forstamtsleiter Bernhard Buss in einer Sitzung des Ortsgemeinderates fest. Die Schäden kosteten die Gemeinde mehr, als sie an Jagdpacht einnehme. Und so empfahl er, die Verträge anzupassen. Laut Ortsbürgermeister Rainer Spies ist das Problem jedoch vielschichtig und nur schwer in den Griff zu bekommen. Doch abgesehen von dem leidigen Thema, mit dem der Rat sich Jahr für Jahr befasst, kann sich der Gemeindewald sehen lassen.

Klaus Remmy, der das Forsteinrichtungswerk - die Basis für die Waldwirtschaft der nächsten zehn Jahre - vorstellte, lobte die vielen "grünen Augen" der erfolgreichen Naturverjüngung. Für dieses Verfahren brauche es die Erfahrung und das Händchen des Försters, erklärte er. Fällt zu viel Licht ein, sprießen nicht nur Sämlinge, sondern auch Gestrüpp. Dringt zu wenig Licht durch, verkümmert das von den Bäumen ausgebrachte Saatgut. Revierförster Martin Ritter bevorzugt diese Art der Pflanzung nicht nur aus Kostengründen. Gekaufte Pflanzen seien auch gedüngt und für Wildtiere schmackhafter als die auf natürliche Art nachwachsenden Pflanzen.

Von besonderem Interesse für den Rat war aber vor allem, wie viel Holz die Gemeinde künftig einschlagen kann oder auch sollte. Für die von Remmy errechneten 8211 Festmeter pro Jahr kann Reinsfeld mit einem jährlichen Betriebsergebnis von 158 000 Euro rechnen. Und das auf Basis des aktuellen und nicht des höheren Holzpreises von 2014. Die Altersstruktur des 890 Hektar großen Gemeindewald bezeichnete Remmy als positiv, also nachhaltig. Neben etwa 50 Prozent Fichtenholz plus je drei Prozent Douglasie und Lärche macht Buche mit 35 Prozent den zweiten Schwerpunkt aus. Daneben sind etwa zwei Prozent Eichen sowie Ahorn, Tanne und Kiefer eher schwach vertreten, was sich aber ändern soll. Am stärksten gefördert werden sollen aber die schnell wachsende Fichte und die Hitze und Trockenheit besser vertragende Douglasie.

Spies informierte zudem über eine wichtige Neuigkeit: Reinsfeld habe von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) endlich grünes Licht erhalten für den Kauf von Flächen am ehemaligen Truppenübungsplatz. Zur geplanten Eröffnung des örtlichen Lebensmittelgeschäftes teilte Spies mit, dass sich der Termin wegen der verspäteten Lieferung eines Geräts auf den 6., spätestens 13. April verschiebe.

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