Jazz ist der gemeinsame Nenner

Zum zweiten Mal kamen Musiker aus dem Mutterland des Jazz an eine Schule, die diese Kunstform in besonderer Form pflegt. Die jungen Musiker der Schul-Big-Band sind längst keine Anfänger mehr, aber von diesen Studenten konnten sie viel lernen- alles ohne Gage.

Hermeskeil. Sie sind regelmäßige Gäste bei großen Jazz-Festivals überall auf der Welt. Jetzt sind sie zum zweiten Mal bei der Big-Band des Hermeskeiler Gymnasiums, die sich Laid Back nennt, zu Gast. Die Formation der Universität von Süd-Florida heißt Jazztet.
Die Professoren Jack Wilkins und Tom Brantley leiten die Formation. Fünf Posaunen, zwei Saxofone und eine Rhythmusgruppe lassen in Hermeskeil nicht nur die Schüler, sondern auch rund 100 Zuhörer aufhorchen.
"Ich hätte gerne mehr Leute begrüßt. Aber dann müssen wir eben Masse durch Klasse ersetzen", findet Schulleiter Arno Ranft. Und diese Klasse war von allen zu hören. Die musikalischen Gymnasiasten erhielten am Nachmittag noch eine exquisite Unterrichtsstunde, die Bandleader Stefan Butterbach als "filigrane Feinstarbeit" bezeichnete: "Das war eine hochvirtuose Angelegenheit." Wilkins erklärt: "Wir decken den Jazz der letzten 100 Jahre ab, vom New-Orleans-Stil bis zu modernen Kompositionen." Das Können der Hermeskeiler Schüler bezeichnete sein Kollege Brantley als "marvelously", was im Deutschen wunderbar, erstaunlich und auch fabelhaft und fantastisch heißen kann. Die Studenten und ihre Lehrer arbeiten gerne mit Schülern zusammen, um dann wieder zu großen Festivals zu reisen. In Hermeskeil sei der Jazz der gemeinsame Nenner, sagt Wilkins.
Wie gut seine Studenten sind, zeigte nicht nur der Klang. Einzelne hatten auch eigene Kompositionen und Arrangements beigesteuert. Solisten gab es auch bei Laid Back, darunter Bandleader Butterbach auf der Trompete. Zunächst wurden vier Titel von den 24 Musikern aus Hermeskeil vorgestellt. Die Schüler kommen aus allen Klassenstufen des Gymnasiums. Auf der Bühne spielen sie gemeinsam unter anderem den Gospel-Song von Jeff Steinberg, Gospel von Carl Strommen, Mr. Cool von Mike Steinel und Hay Burner von Sammy Nestico.
Danach sind die weitgereisten Gäste, die in Sachen Qualität und Präzision noch einmal eine Schippe drauflegen, an der Reihe. "Das sind Leute, die von Musik leben werden oder selbst Musikpädagogen werden wollen", sagt Wilkins. Seit 25 Jahren sei er bereits mit Studenten unterwegs. Die Kosten übernehmen dabei Sponsoren. Die Formation Jazztet bedankt sich dafür mit Konzerten.