Jazz zum Finale

Grandiose Konzerte, originelles Kabarett und eine Lesung: Mit Blick auf die Qualität lässt die Veranstaltungsreihe Kultur(er)Leben der Stadt Hermeskeil nichts zu wünschen übrig. Das gilt auch für das Abschlusskonzert dieser Frühlingsstaffel mit dem Peterberg Jazz-Orchester aus Braunshausen. Nur mit dem Publikumszuspruch haperte es bei der Veranstaltungsreihe hin und wieder.

Hermeskeil. Sie füllen die Bühne des Mehrgenerationenhauses in Hermeskeil gut aus, die 25 Musiker des Peterberg Jazz-Orchesters aus dem saarländischen Braunshausen. Fast die Hälfe von ihnen sind Berufsmusiker. Benannt nach dem Hausberg dieses Erholungsgebietes führt der Musikpädagoge des Hermeskeiler Gymnasiums, Mario Düpre, ein Ensemble, das es versteht, sein Publikum zu begeistern.
Nach acht Veranstaltungen der Reihe Kultur(er)Leben ist der Beiratsvorsitzende Willi Auler jedoch nur bedingt begeistert: "Ich vermisse vor allem Hermeskeiler Leute." Wieder seien viele Saarländer da, was Auler an den berühmten Spruch vom Propheten im eigenen Lande erinnert.
Die Besucherzahlen bei dieser Veranstaltungsreihe, die im Herbst fortgesetzt wird, schwanken stark. Was also tun? "Wir wollen die Reihe weiter entzerren und nur zweimal im Monat eine Veranstaltung anbieten", schlägt Auler zum einen vor. Zum anderen soll die Qualität nicht auf Massentauglichkeit heruntergeschraubt werden. Im Gegenteil: "Wir werden die Qualität weiter erhöhen. Angebote sind da." Nur, dann steigen aber auch die Eintrittspreise.
Oder war die Serie etwa zu preiswert, nach dem Motto: 8 Euro, das kann doch nicht viel sein?
Rund 70 Zuhörer sahen das anders, denn auch diesmal war es ein Erlebnis, das beispielsweise Albert Langen aus dem saarländischen Homburg dieser Formation hinterher reisen lässt: "Die sind einfach absolut fantastisch." Monika Detemple aus Hermeskeil hört diese Art von Musik ebenfalls gerne und freute sich besonders über die Stimme der Sängerin Anne Leidinger: "Die ist sehr gut." Mit Stefan Schweig hat man auch einen Sänger. Beides hat nicht jede Big-Band zu bieten.
Zu hören gab es berühmte Jazz-Standards wie "Mack the Knife" aus der Dreigroschenoper von Kurt Weil und Bert Brecht, und auch eine Hommage an den erst kürzlich verstorbenen Roger Cicero mit "Zieh' die Schuh' aus". Tim Bendzkos bislang berühmtestes Stück "Nur noch kurz die Welt retten" stand ebenso auf dem Programm wie "Son of a Preacher Man", dem Titel, mit dem Aretha Franklin einen ihrer größten Erfolge feierte. Wie erfolgreich ein neues Konzept von Kultur(er)Leben im Herbst sein wird, bleibt abzuwarten.

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