Jetzt geht’s auch ohne Stufen durchs Rathaus

Bauprojekt : Jetzt geht’s auch ohne Stufen durchs Hermeskeiler Rathaus

Im Hermeskeiler Verwaltungsgebäude sind nach anderthalb Jahren Umbau alle Ebenen barrierefrei erreichbar.

Mancher Besucher hat beim Betreten des neuen Eingangsbereichs noch leichte Orientierungsprobleme. Denn offiziell geht es nur durch die rechte der beiden automatisch öffnenden Schiebetüren hinein ins Hermeskeiler Rathaus. Viele Gäste steuern jedoch gezielt die linke Tür an. „Das regeln wir noch. Da kommt noch ein Schild hin“, sagt Hartmut Heck.

Ansonsten hat der Beauftragte der Verbandsgemeinde und Verwaltungschef nichts auszusetzen an den Veränderungen in und am Gebäude, die im Zuge des barrierefreien Umbaus und der energetischen Sanierung – betreut durch das Architekturbüro Kolz aus Reinsfeld – erfolgt sind. Im Gegenteil. „Es ist ein sehr ansprechendes Ambiete“, sagt Heck zum neu gestalteten Foyer. Mitarbeiterin Annette Grünen erwartet die Besucher dort an einem großen, offenen Empfangstresen. Der „Glaskasten“, hinter dem sie früher saß, ist verschwunden. Dunkle Fliesen und helles Holz schmücken den Raum. Neben dem Zugang zum Treppenhaus zeigt eine beleuchtete Tafel die Verbandsgemeinde und die Wappen ihrer 13 Ortsgemeinden.

Im Juli 2017 starteten die Umbauarbeiten bei laufendem Betrieb. Die Besucher mussten für eine längere Zeit den Nebeneingang zur Fußgängerzone hin nutzen. Nun sind der Haupteingang und das Kernstück der neuen Barrierefreiheit, der von der Tiefgarage bis ins zweite Obergeschoss fahrende Aufzug, offiziell in Betrieb. Allein dessen Einbau habe rund 85 000 Euo gekostet, damit zusammenhängende Arbeiten insgesamt 615 000 Euro. Laut VG-Büroleiter Werner Haubrich hat auch schon die erste Rollstuhlfahrerin den Aufzug genutzt: Marlies Steinmetz aus Malborn-Thiergarten gelangte damit zum Standesamt, wo ihre Enkelin getraut wurde. „So ein barrierefreier Zugang ist für öffentliche Gebäude heute ein unabdingbares Muss“, findet Hartmut Heck. Das war auch stets das Credo seines Vorgängers Michael Hülpes, der den Umbau in seiner letzten Amtszeit als Bürgermeister auf den Weg gebracht hatte. Sein Urteil: „Ich finde alles sehr gelungen. Sehr schön, freundlich, barrierefrei und bürgernah.“

Ein großer Teil des Rathauses wurde auch energetisch und in Sachen Brandschutz auf den neuesten Stand gebracht. Gesamtkosten des Projekts: etwa 2,1 Millionen Euro, wovon allerdings 1,1 Millionen als Landeszuschuss fließen. Einige Fenster sind laut Heck noch auszutauschen, danach sei „das erste Paket“ voraussichtlich im Frühjahr abgeschlossen. Im Anschluss folge aber ein weiterer Bauabschnitt im zweiten Ober- und Dachgeschoss. Die Sanierung werde auch dort mit einem Umbau verknüpft, so dass die drei Stufen, die derzeit zu den Büros der Werke führen, von Besuchern künftig nicht mehr überwunden werden müssten. „Dann sind alle Ebenen ausnahmslos auch für Menschen mit Behinderung zu erreichen.“ Die Mitarbeiter der Werke und des Bauamts müssten während der Bauphase allerdings vorübergehend ausquartiert werden. Geplant ist die Unterbringung in einem ehemaligen Forstamtshaus in der Koblenzer Straße.

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