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Jetzt ist auch der Weg über die Wiese dicht

FOTO: (h_ko )
Konz/Wiltingen. Die Schranken an der Wiltinger Kupp sind nach fünf Monaten in Betrieb vollkommen zerbeult, zerkratzt und verbogen: Offenbar ignorieren viele Fahrer die Beschränkung und fahren trotz Verbots in den für hohe Fahrzeuge gesperrten Bereich. Christian Kremer

Konz/Wiltingen. Ein Sprinter steht quer vor der Schranke auf der K 133 zwischen Konz und Wiltingen. Irgendwie ist er in Konz in den Bereich hineingefahren, der für hohe Fahrzeuge eigentlich gesperrt ist. Nun kommt er bei Wiltingen weder vor noch zurück. Deshalb blockiert der Transporter eine der engsten Straßen der Region: die Wiltinger Kupp, eine der Hauptverbindungen zwischen Konz und Saarburg. Der Mann mit dem Sprinter hat die Höhenbegrenzung in Konz offenbar widerrechtlich auf der Gegenfahrbahn umfahren.

In Richtung Wiltingen verhindert eine Schranke jedoch auf beiden Spuren, dass höhere Fahrzeuge an ihr vorbeikommen. In der Vergangenheit sind deshalb viele Fahrer höherer Laster auf die Wiese neben der Schranke ausgewichen. Sie haben tiefe Reifenspuren im Gras hinterlassen. Doch damit soll nun Schluss sein: Der Landesbetrieb Mobilität (LBM) hat im Wettrüsten gegen die Rowdys nachgezogen. Seit kurzem stehen auf beiden Seiten rot-weiße Hindernisse, die ein Umfahren der Schranke verhindern sollen. Der Mann im Sprinter muss deshalb irgendwie drehen und sich einen anderen Weg in Richtung Wiltingen suchen.Busse versperren die Straße


Wie der Fahrer des weißen Sprinters kamen auch in der Vergangenheit Lastwagen, Busse und andere größere Gespanne oft nicht weiter. Sie versperrten regelmäßig die Straße. Die Folge waren Verkehrsbehinderungen, waghalsige Wendemanöver und diverse Abschleppaktionen (der TV berichtete mehrfach). Deshalb reagierte der Landesbetrieb Mobilität im April, indem er die Schranken aufbaute. Der stellvertretende Leiter des LBM Trier, Hans-Michael Bartnick, erklärt das Vorgehen: "Die Höhenbegrenzungen an der K 133 sollen verhindern, dass größere Fahrzeuge die Straße trotz Verbots befahren." So wollte der LBM komplizierte Wendemanöver oder gefährliche Situationen vermeiden. Zunächst sollte die Sperrung vor allem Lastwagen, Wohnwagen und Wohnmobile von der Kupp fernhalten. Bartnick: "Die Sperrungen wurden aber regelmäßig ignoriert."

Inzwischen sind die Schranken - vor allem auf Wiltinger Seite - ziemlich verbogen. Auch die Beulen und Schrammen zeugen von den zahlreichen Verstößen gegen das Durchfahrtsverbot. Um weitere Vorfälle zu verhindern, hat der LBM mit der Zeit neue Schilder aufgestellt und Blinkleuchten angebracht. "Ein unbeabsichtigtes Übersehen der Sperrung ist daher nahezu ausgeschlossen", sagt Bartnick. Die Verstöße nahmen jedoch kein Ende.
Um ein weiteres Umfahren der Schranke bei Wiltingen zu verhindern, hat die Straßenmeisterei schon im April rot-weiße Baken auf der Wiese neben der Spur in Fahrtrichtung Konz aufgestellt. Die Rowdys wichen auf die Wiese auf der anderen Seite aus. Nun stehen auch dort Baken.
"Gegen vorsätzliches Umfahren der Höhenbegrenzung gibt es letztlich kein wirksames Mittel, ohne die Nutzung der Anliegergrundstücke in unzulässiger Weise einzuschränken", lautet Bartnicks Resümee. "Derzeit besteht aus unserer Sicht nur die Möglichkeit, die vorsätzlichen Verstöße polizeilich zu verfolgen."14 Vergehen protokolliert


Doch die Polizei kann nicht alle Vergehen verfolgen. Insgesamt seien 14 Vergehen aufgenommen worden, sagt Markus Kohl, Leiter der Polizeiinspektion Saarburg. Weil die Schranke jedoch schon so beschädigt worden sei, könne man gar nicht mehr nachvollziehen, welche Schramme schon da war oder neu hinzugekommen sei, erklärt er weiter.
Markus Kohl hat noch eine Anekdote parat: Als die Schranke wegen der vielen Vorfälle einen Tag abmontiert gewesen sei, habe sich direkt wieder ein Reisebus auf die Kupp verirrt.
Seine Folgerung: "Wir würden das Ding am liebsten ganz dichtmachen!"Meinung

Andere Ideen gefragt
Die Schranken an der Wiltinger Kupp haben ihren Zweck bisher nicht erfüllt. Das liegt daran, dass viele Fahrer sie einfach ignorieren. Solange diese tun, was sie wollen, wird sie kein Hindernis der Welt aufhalten. Da helfen nur regelmäßige Kontrollen. Ein Problem bei den Schranken ist zudem, dass die Höhe eines Fahrzeugs für die Sicherheit auf einer schmalen Straße eigentlich egal ist. Die Fahrzeugbreite müsste eigentlich beschränkt werden. Diese Logik führt vermutlich auch zu den vielen Verstößen. Deshalb ist hier noch mehr Gehirnschmalz der Straßenbauer gefragt. Sie müssten irgendwie das Befahren der Kupp ab einer bestimmten Fahrzeugbreite verhindern. c.kremer@volksfreund.de

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