1. Region
  2. Konz, Saarburg & Hochwald

Jetzt wird es ernst für das alte Bürgerhaus in Kanzem

Kommune : Jetzt wird es ernst für das alte Bürgerhaus in Kanzem

Planerin Rosa Vollmuth stellt im Ortsgemeinderat in Kanzem das weitere Vorgehen für den Neubau vor. Im Herbst 2022 soll der neue, 1,244 Millionen Euro teure Dorftreff „Buch und Wein“ fertig sein.

Man könnte meinen, das Bürgerhaus „Alte Schule“ in Kanzem wehrt sich gegen seinen Abriss: Rechtzeitig zur jüngsten Sitzung des Ortsgemeinderates fiel die Heizung aus. Es wurden „ganz coole“ Entscheidungen getroffen. Die haben nämlich das Mammutprojekt des Dorfes schlechthin zum Inhalt: den Abriss des alten und den Bau eines neuen Bürgerhauses.

Bereits im Februar oder März nächsten Jahres soll der Flachbau rund um das historische Schulgebäude verschwinden. Das ist das Ziel von Planerin Rosa Vollmuth, die in Kanzem auch ihr Büro betreibt. Dafür muss allerdings ein Nachtragshaushalt beschlossen werden, denn es fehlen noch knapp 87 000 Euro, damit alles rundum abgerissen werden kann. Auch für diese zusätzliche Summe des 1,244 Millionen Euro Projektes kommen 60 Prozent des Betrages vom Bund und seinem Fonds „Gemeinschaftsaufgabe Agrarstruktur und Küstenschutz“. Darüber entscheidet aber letztlich die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier.

Die bestehende Photovoltaikanlage (PV) soll verkauft werden. „Das neue Gebäude wird getrennt von der alten Schule gebaut“, freut sich Planerin Vollmuth. Damit werde nicht nur der historische Bau aufgewertet, sondern die ganze Seite der Schulstraße, auf der viele interessante Gebäude zu finden sind. Das neue Bürgerhaus wird effektiv, das heißt in den Räumen variabel, zu nutzen sein um dem Beinamen „Buch und Wein“ auch gerecht zu werden. Geheizt wird, dank effektiver Dämmung, allein mit Erdwärme.

Zügig soll nach dem Abbruch mit dem Rohbau begonnen werden, denn bereits im Sommer oder Herbst 2022 soll das neue Haus in Betrieb gehen. Dafür müssen jetzt die Ausschreibungen erfolgen. „Das ist ein optimistischer Zeitplan“, findet Ortsbürgermeister Johann Peter Mertes. Ein Gremium soll gebildet werden, um die effektive Zusammenarbeit des Rates mit der Planerin zu gewährleisten. „Da wird wohl jede Woche irgendetwas zu regeln sein“, sieht der Ortschef voraus. Anfang nächsten Jahres soll dieses Team zusammengestellt werden.

Durch die Corona-Pandemie konnte Ortschef Mertes seine Bürger noch nicht in einer Versammlung über das Großprojekt informieren. Derzeit wird überlegt, dies in einem Bürgerbrief mit Planskizzen demnächst nachzuholen.